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Hier findet ihr ausgesuchte Highlights, Anekdoten und besonderen Erlebnisse nach Datum absteigend sortiert.


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SC Waldgirmes – FSV Frankfurt 2:5 (2:2, 2:0) n. V.

Pokalfight und Zufälle in Mittelhessen

Der Regionalligist FSV Frankfurt tat sich im Achtelfinale des Hessenpokals schwer und setzte sich beim Oberligisten SC Waldgirmes erst in der Verlängerung mit 5:2 durch. Auf unserer Fahrt von Frankfurt nach Mittelhessen erlebten wir einige Zufälle und wurden ab Gießen von einem sehr ortskundigen Fußballfan begleitet.
Unser Treffpunkt war bereits am frühen Nachmittag an einem Kiosk im Frankfurter Bahnhofsviertel.  Mit der Regionalbahn ging es nach Gießen und dann weiter mit dem Bus bis Waldgirmes.
„Auf welches Spiel wollt ihr“, fragte uns ein Polizistenpärchen beim Zwischenstop in der mittelhessischen Universitätsstadt. „FSV Frankfurt gegen Waldgirmes“, antwortete einer aus unserer Gruppe. „Der szenekundige Beamte hat uns was von 20 Leuten erzählt, ihr seid ja wohl nur zu dritt“, sagte der männliche Uniformierte und blickte sich dabei vermeintlich zu einer Person auf dem sehr überschaubar gefüllten Bahnhofsvorplatz um. Seine weibliche Kollegin tat instinktiv das gleiche. „Nein, zwei von uns sind Bier holen gegangen“, gab es von uns zur Antwort. Nachdem das Fragespiel beendet war, begaben wir uns zum Bussteig.
„Wißt ihr wie ihr zum Spiel kommt“, fragte uns ein ebenfalls auf den Bus Wartender und fügte nach unserer Antwort hinzu: „Da will ich auch hin, dann sehen wir uns später wieder.“ Er sagte, dass er hier aus der Gegend kommt, erklärte noch wo wir aussteigen mussten und setzte sich dann zu uns.

Auf halber Strecke stieg er aus und meinte er habe hier um die Ecke noch etwas zu erledigen, käme aber nach. Wir mussten von da an allein weiter durch die „hessische Prärie“, fanden den Sportplatz aber ohne Probleme.

Nach der Ankunft stärkten wir uns erst einmal im Vereinsheim. Das Gelände hatte sich zwischenzeitlich mit weiteren FSV-lern  und Einheimischen gefüllt. Die genaue Zählung eines in Frankfurt bekannten Berichterstatters ergab später 550 Zuschauer. Kurz vor Anpfiff lief uns dann auch wieder der hilfsbereite Mann vom Gießener Busbahnhof über den Weg.
Das Spiel begann und der FSV lag erst einmal mit 0:2 hinten: Max Schneider (9.) und Lucas Hartmann (32.) erzielten die verdiente Pausenführung, für die mutig nach vorne spielenden Gastgeber. Mutig war auch der Torjubel von Hartmann direkt vor den FSV-Fans – die Flaschenwürfe hätten aber nicht unbedingt sein müssen.
Während der Pause trafen wir dann in der Gaststätte wieder auf unseren netten Begleiter und fachsimpelten über den bisherige Spielverlauf. Die Sonne war untergegangen und es wurde kalt. Wir hofften, dass uns die zweite Halbzeit etwas erwärmen würde.
Der FSV wurde auch tatsächlich stärker und Marco Koch (42.) sowie Alexander Aschauer (71.) brachten die Verlängerung. Bei Waldgirmes ließen nun die Kräfte nach: Erneut Aschauer (94./120.) und Vito Plut (105.) machten für die „Bernemer“ letztlich den Einzug ins Viertelfinale klar.
Kurz nach dem Schlusspfiff gingen wir mit einigen anderen Frankfurtern zurück zur Bushaltestelle. Natürlich nicht, ohne uns von unserer netten Bekanntschaft zu verabschieden. Man würde sich bestimmt mal wieder sehen.
Der Bus kam pünktlich und war – wie wahrscheinlich in dieser nachts doch sehr einsamen Gegend üblich – absolut leer. Der sehr erfahrene Busfahrer erblickte sofort, dass das ein oder andere alkoholische Getränk mit in den Bus genommen wurde und schimpfte sofort los: „Mit Alkohol steigt hier keiner ein. Ich fahre sonst nicht weiter“, rief er uns Einsteigenden zu und versuchte sich vergeblich in den Weg zu stellen.
Nach einer Weile „bockig sein“ fuhr er dann aber doch weiter in Richtung Gießen. Die Stimmung wurde wieder besser und irgendwann kurz vor Gießen hielt der Bus an einer der zahlreichen verlassen wirkenden Haltestellen.
Wir trauten kaum unseren Augen  – welch ein verrückter Zufall: Unser neuer Freund stand zu unserer Überraschung im Bushäuschen und begleitete uns doch noch bis dahin, wo wir ihn ursprünglich kennengelernt hatten. Ein Kumpel habe ihn hier abgesetzt, berichtete er uns.
Am Gießener Hauptbahnhof verabschiedeten wir uns dann endgültig voneinander und fuhren allein zurück nach Frankfurt. Aber nicht ohne das Versprechen, dass wir „komische Vögel“ uns im Viertelfinale des Hessenpokals – dann gegen den FC Gießen – eventuell wiedersehen.

 

(gie)

 

 

Datum: Dienstag, 25.09.2018

Hessenpokal Achtelfinale: SC Waldgirmes – FSV Frankfurt

Endstand: 2:5 (2:2, 2:0) n. V.

Tore: 1:0 Max Schneider (9.), 2:0 Lucas Hartmann (32.), 2:1 Marco Koch (42.), 2:2 Alexander Aschauer (71.), 2:3 Aschauer (94.), 2:4 Vito Plut (105.), 2:5 Aschauer (120.)

Zuschauer: 550

Ort: Stadion in den Lahnauen / Waldgirmes


Würzburger FV – FC Würzburger Kickers II 2:0 (0:0)

Lokalderby mit kleinen Nebengeräuschen

Der Würzburger FV setzte sich in der Bayernliga Nord im „kleinen Derby“ vor 632 Zuschauern gegen die Reserve der Würzburger Kickers mit 2:0 durch. Nach guten Erfahrungen in der letzten Saison, verlief der diesjährige Ausflug nicht so prickelnd wie im Vorjahr.
Mit einem Fünf-Liter-Kanister Apfelwein machten wir uns zu dritt mit der Bahn auf den Weg, von Frankfurt nach Unterfranken. Der „Äppler“ reichte bei der Ankunft gerade noch für die Begrüßungsrunde am Würzburger Hautbahnhof, wo ein befreundeter „Zugezogener“ aus Leipzig unseren Kreis verstärkte.
Wir alle waren bereits in der Vorsaison an gleicher Stelle und stellten sofort fest, dass diesmal der Andrang nicht so groß war. Im letzten Jahr war parallel zum „kleinen Würzburger Derby“ in allen anderen Klassen spielfrei und 1642 Zuschauer füllten die direkt am Main gelegene und von Weinbergen flankierte Sportanlage. Da die Erste Mannschaft der Kickers zeitgleich in der 3. Liga die Sportfreunde Lotte empfing, war auch nur eine Handvoll Gästefans anwesend.
Schon beim letzten Besuch wollten wir vor dem Spiel in der Innenstadt im Restaurant „Alter Kranen“ einkehren. Damals kamen wir wegen Überfüllung nicht ins Lokal und hatten diesmal sicherheitshalber einen Tisch vorbestellt. Bier und Haxen waren lecker, doch was uns verwunderte: Nach einer Stunde waren – trotz Mittagszeit – nicht eimal ein Viertel der Tische besetzt.
Wie im Vorjahr gab es im Stadion nur alkoholfreies Bier und wir nutzen das Vereinsheim des benachbarten Kreisligisten SV 09 Würzburg als Zwischenstop. Auch hier war deutlich weniger los – die hier versammelten WFV-Fans schienen aber deutlich betrunkener als beim letzten Mal zu sein. Nach dem sich alle noch einmal an-(ein-)geheizt hatten, ging es die paar Meter hinüber zur Sepp-Endres-Sportanlage.
Die überdachte Stehtribüne war gut gefüllt und zum Spielbeginn wurde ein langes Banner über die gesamte Länge entrollt. Einen Stimmungsblock gab es auch, und Teile der knapp über 600 Anhänger der Heimelf sorgten für einen fast durchgängigen Support.
Da Derbys ja immer einen besonderen Charakter haben, kann man auch schon mal über inhaltliche Dinge hinwegsehen. Nach 45 Minuten reichte es dann aber, da das Liedgut – außer Texten mit „H****söhnen, Z**eunern“ und Schw*len“ – nichts weiter zu bieten hatte und wir verfolgten den Rest des Spiels hinter dem Tor.
Hier schlug es dann nach einer torlosen ersten Hälfte zweimal ein:  Zunächst unterlief Kickers-Akteur Ali Koller ein Eigentor (68.) und drei Minuten später netzte Dennie Michel zum 2:0-Endstand ein.
Kurz vor dem Schlusspfiff verirrten sich noch zwei bis drei Kickers-Anhänger in den Heimbereich, wurden aber schnell von einigen beherzt zugreifenden Blau-Weißen des Feldes verwiesen.
Nach dem Spielende wurden dann auch in der WFV-Stadionkneipe die gehaltvollen Bierfässer angezapft und wir zechten mit den feiernden Derbysiegern.
Unter den Anwesenden befanden sich – neben den Einheimischen – andere Groundhopper und auch mehrere Fans anderer Vereine. Im letzten Jahr waren das noch deutlich mehr und alles lief ohne Zwischenfälle ab.

Kurz gesagt, vermiesten uns drei „Glubberer“ mit ihrer Weltanschauung den Rest des Abends. Wir brachen unseren Besuch ab und traten nach einem Zwischenstop in der Innenstadt die Heimreise in die Mainmetropole an.
Nach zwei Begegnungen in Zellerau, werde ich mir das nächste Würzburger Lokalderby – am Dallenberg – aus einer anderen Perspektive ansehen. Das dann aber erst in der kommenden Saison.

 

(gie)

 

 

Bayernliga Nord: Würzburger FV – FC Würzburger Kickers II

Endstand: 2:0 (0:0)

Zuschauer: 632

Tore: 1:0 Ali Koller (68., Eigentor), 2:0 Dennie Michel (71.)

Ort: Sepp-Endres-Sportanlage / Würzburg

Datum: Samstag, 25.11.2017


1. FC Lokomotive Leipzig – BSG Chemie Leipzig 0:0

Torloses Ortsderby am Buß- und Bettag

Das vorverlegte Spiel der Regionalliga Nordost zwischen dem 1. FC Lok Leipzig und der BSG Chemie Leipzig endete vor 6381 Zuschauern torlos. Abseits des Platzes hatte das Derby aber dennoch den einen oder anderen „kleinen Aufreger“ zu bieten.
Am Connewitzer S-Bahnhof – dem Treffpunkt der Chemiefans – war der Andrang auf die grünen und weißen Regenjacken groß. Ich hatte Glück und erwischte noch eine grüne in meiner Größe – weiße Kleidungsstücke besitze prinzipiell ich nicht.
Kurz darauf machte sich der Tross auf den Weg in Richtung Probstheida, zum Stadion des Ortsrivalen. Nur 1200 Gästekarten gab es für das Derby und bis auf wenige Ausnahmen schlossen sich auch alle dem gemeinsamen Fanmarsch an.
Die ersten Reihen legten ein ordentliches Tempo vor und kurz bevor die Socken qualmten, kamen wir am Gästebereich an. Der Einlass verlief dann trotz dreifacher Absperrung relativ zügig und die Kontrollen blieben auch human. Das hatte ich in der Vorzeit an gleicher Stelle schon ganz anders erlebt – scheinbar hatte man doch etwas dazugelernt.
Da das Spiel als Sicherheitsspiel der Kategorie 1 ausgerufen war und im Stadion kein Bier ausgeschenkt wurde, machte ich um den Verpflegungsstand einen Bogen. Ich war bereits am Vorabend aus Frankfurt in Leipzig angereist und hatte nach einer langen Nacht im „Süden“ sowieso genügend Restalkohol dabei.
Mein erstes Derby hatte ich in den Achtzigern, als kleiner Bub mit meinem Vater erlebt. Damals gingen die Spiele für Chemie meistens in die Hose. In den Neunzigern und Anfang der Zweitausender besserte sich die Bilanz. Aufgrund der aktuellen Tabellensituation und dass die letzten beiden Aufeinandertreffen in Leutzsch – vor einem knappen Jahr im Sachsenpokal und das Hinspiel zum Saisonauftakt – mit 0:1 verloren gingen, war der Ausgang offen. Ein Sieg im „Plache“ wäre aber längst mal wieder fällig! Langsam begann es bei mir zu kribbeln und ich erwartete den Anstoß.
Der Spielbeginn verzögerte sich aber noch einmal um eine Viertelstunde, da die Ordnungskräfte wohl den Mannschaftsbus der BSG mit einem Fanbus verwechselt hatten und die Spieler dadurch verspätet ankamen.
Inzwischen zogen dichte Nebelschwaden durch den Gästebereich ins Stadion, woraufhin im gegenüberliegenden Heimblock ebenfalls Signalfackeln zum besseren Durchblick gezündet wurden. Die Sicht war frei und der Schiedsrichter pfiff die Partie an.
Die Gastgeber hatten gleich die erste Chance und Keeper Julien Latendresse-Levesque, der vor der Saison aus Probstheida nach Leutzsch gewechselt war, konnte sich auszeichnen. Nur Minuten später zischte ein Freistoß von Alexander Bury über den Kasten der Heimelf.
Spielerisch war die Partie nicht auf höchstem Niveau, was in einem solchen Derby auch nicht zu erwarten war. Dagegen dominierten eher die kämpferischen Tugenden und das Spiel verlagerte sich ins Mittelfeld. Gegen Ende der Halbzeit suchten beide Teams noch einmal den Abschluss, blieben aber erfolglos.
Kurz nach Beginn des zweiten Abschnitts war dann erstmal Schluss. Wieder zog dichter Nebel auf und der Referee schickte die Spieler vom Platz. Da der Austausch von Signallichtern überhand zu nehmen drohte und sich einige Probstheidaer aus der Enge in ihrem Block befreien wollten, zog ein Wasserwerfer vor der Gegengeraden auf.
Als sich das Ganze, kurz nachdem die Partie fortgeführt wurde, erneut entzündete, fuhr ein zweiter wassergefüllter Kollos im Stadioninneren auf. Nach ein paar Lautsprecherdurchsagen und einem Kurzeinsatz der Uniformierten im besagten Heimblock auf der Gegengeraden, konnte aber ohne weitere Unterbrechung zu Ende gespielt werden.
Eine innere Stimme sagte mir, dass Spiele nach solchen Ereignissen meist mit einem Remis enden und so kam es dann auch: Die Gastgeber prüften zwar noch einmal Torwart Latendresse-Levesque, der den Ball noch an den Pfosten lenkte und auch im Nachfassen die Oberhand behielt, doch weitere klare Chancen blieben aus. Chemies Manuel Wajer traf das Außennetz und dann war Schluss.
Nach dem Spielverlauf konnten alle mit dem Punkt zufrieden sein, mehr war an diesem Nachmittag einfach nicht drin. Die Mannschaft wurde am Zaun gefeiert und dann ging es den Weg zurück zum Ausgangspunkt am Connewitzer Bahnhof.

 

(gie)

 

 

Regionalliga Nordost: 1. FC Lokomotive Leipzig – BSG Chemie Leipzig

Endstand: 0:0

Tore: keine

Zuschauer: 6381

Ort: Bruno-Plache-Stadion / Leipzig

Datum: Mittwoch, 22.11.2017


Sport-Club Freiburg – SG Dynamo Dresden 3:1 (0:0)

Zweiklassengesellschaft im Schwarzwald-Stadion

In der zweiten Runde des DFB-Pokals verlor Zweitligist SG Dynamo Dresden beim Bundesligisten Sport-Club Freiburg mit 1:3. Die Breisgauer gewannen zwar sportlich und sind eine Runde weiter, waren aber organisatorisch nicht auf der Höhe und bekleckerten sich auch als Gastgeber nicht gerade mit Ruhm.
In Freiburg war ich noch nicht, also nahm ich die Einladung meines ebenfalls aus Sachsen stammenden Kollegen an, seinen „Dynamos“ im DFB-Pokal die Daumen zu drücken. Mit der Regionalbahn ging es zunächst von Frankfurt aus nach Südhessen, dann weiter mit dem Auto ins Breisgau.
Da in Baden-Württemberg nach 22 Uhr kein Alkohol an Tankstellen, Kiosken und in Supermärkten verkauft werden darf, bogen wir noch einmal ab und deckten uns vor dem Spiel für die Rückfahrt ein. Danach ging es weiter in Richtung Stadion.
Hier stellte sich die Parkplatzsituation als Katastrophe heraus. Parkplätze waren nicht ausgeschildert, Ordner verhinderten, dass man nicht in den Seitenstraßen parkte und auf den wenigen vorhandenen Parkplätzen, machten scheinbar selbsternannte Parkplatzwächter ihr Geschäft.
Vor einem in Stadionnähe befindlichen Tennisclub verlangte ein auf einem Plastikstuhl in der Einfahrt sitzender Typ satte acht Euro. Auf einem weiteren Parkplatz neben einer Kirche standen ein paar Minderjährige mit orangenen Fahrradwesten bekleidet und wollten nur fünf Euronen. Auf die Frage nach einem Parkticket bekamen wir die Antwort: „Gibt es nicht. Das Geld ist für die Jugendarbeit.“ Da wir schließlich irgendwo parken mussten, drückten wir die „Spende“ ohne Quittung ab.
Ein älterer Mann – vermutlich der Pfarrer oder Küster – kam dazu und erklärte uns was von „Privatgrundstück“ und dass schon alles „seine Richtigkeit“ habe. „Gott sei es gedankt“ – wir hatten einen Stellplatz für das Auto und dachten uns unseren Teil.
Vor dem Gästeblock am Schwarzwald-Stadion hatte man aus Absperrgittern ein unübersichtliches Spalier aufgebaut. Nachdem wir uns in dem Irrgarten aus Zäunen kurzzeitig verlaufen hatten, fanden wir den richtigen Eingang.
Drinnen stellte sich heraus, dass in der einen Hälfte des Blocks nur alkoholfreies Bier verkauft wurde, am Stand in der anderen dagegen richtiger Gestensaft. Die Grenze bildete eine Reihe Ordner, die im Zwei-Meter-Abstand auf der Treppe standen. „Zweiklassengesellschaft?“ – waren doch auf der anderen Seite ebenfalls Gästefans. Nach einer kurzen Absprache bekamen wir zwei Bier zwischen den Security-Leuten hindurchgereicht und das Spiel begann.
Dresden spielte mutig nach vorne und ließ in der ersten Halbzeit keinen Klassenunterschied erkennen. Kurz nach der Pause brachte Rico Benatelli (48) die Dynamo-Fans kurzzeitig zum Jubeln, doch Nils Petersen glich umgehend aus (50.).
Die Stimmung im Dresdner Anhang blieb unterkühlt, da ein Großteil der Ultras nicht ins Stadion gelassen wurde, wie nach und nach durchsickerte. Julian Schuster brachte Freiburg in der 61. Minute nach vorne, Janik Haberer machte schließlich den Deckel drauf (81.).
Unser Versuch in der zweiten Halbzeit an Bier zu kommen gestaltete sich ein wenig schwieriger: Wir fanden schnell wieder jemanden, der uns zwei der begehrten Becher holte. Doch diesmal hatte ein Ordner etwas dagegen und wollte die Übergabe verhindern. Das erforderte ein kleines Ablenkungsmanöver und schon war der „Bechertausch“ – auch zum Gelächter seiner dabei zusehenden Kollegen  – vollzogen.
Beim Verlassen des Stadions riegelte die Polizei den Stehplatzbereich ab. Dies verursachte Unmut unter den Dresdnern. Wir hatten Sitplatzkarten, kamen ungehindert raus und mussten nun auf unseren Fahrer warten. Ein Grund für die Blocksperre war nicht ersichtlich und nach den so zusätzlich provozierten Tumulten, machten die Beamten schließlich doch die Tore frei und zogen sich zurück.
Nach der ganzen sinnlosen Aufregung machten wir uns auf den Heimweg und gingen zurück zum Parkplatz, der natürlich unbewacht war. Es war ja mittlerweile spät und die Jungs und der vermeintliche Pfarrer lagen bestimmt schon im Bett. Die Autofahrt endete für uns am Mannheimer Bahnhof, von wo aus es dann mit der Bahn zurück nach Frankfurt ging.

 

(gie)

 

 

DFB Pokal / 2. Hauptrunde: Sport-Club Freiburg – SG Dynamo Dresden

Endstand: 3:1 (0:0)

Tore: 0:1 Rico Benatelli (48), 1:1 Nils Petersen (50.), 2:1 Julian Schuster (61.), 3:1 Janik Haberer (81.)

Zuschauer: 17800

Ort: Schwarzwald-Stadion / Freiburg im Breisgau

Datum: Mittwoch, 25.10.2017


Berliner FC Dynamo – BSG Chemie Leipzig 3:0 (1:0)

Fußballklassiker in der Neuzeit – 1200 Chemiker feiern trotz Niederlage

Die BSG Chemie Leipzig musste in der Regionalliga Nordost beim alten Rivalen BFC Dynamo antreten und verlor mit 0:3. Über 1200 Leutzscher – rund 800 davon mit einem Sonderzug – reisten zur Partie im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark an und feierten ihr Team trotz der Niederlage. Ich gehörte zu den 500 Individualreisenden und war bereits zwei Tage zuvor in der Hauptstadt angekommen.
Vor über 30 Jahren – in der Saison 1984/85 – war die Partie erstklassig und fand in der damaligen DDR-Oberliga statt. Sowohl das Hinspiel (3:0) als auch das Rückspiel in Berlin (5:1) endete zu Gunsten des zehnfachen DDR-Fußballmeisters aus der Hauptstadt. Der BFC holte sich am Saisonende den Titel, Chemie Leipzig – immerhin zweifacher Meister – stieg ab und verabschiedete sich bis zur Saison 1990/91 aus dem Fußball-Oberhaus.
Fortan hieß es FC Berlin gegen den FC Sachsen Leipzig, da beide Vereine unter neuem Namen in der letzten Spielzeit der höchsten Spielklasse der DDR an den Start gingen. Die Brisanz in den Duellen blieb aber weiterhin erhalten und gipfelte am 3. November 1990 mit einem tragischen Todesfall. Der BFC-Fan Mike Polley wurde am Rande der Begegnung von einer Polizeikugel getroffen und verstarb.

Beide Vereine stürzten in der Folgezeit tief ins Amateurlager ab, gingen insolvent und trafen zum letzten Mal in der Saison 1999/2000, in der damals noch drittklassigen Regionalliga Nordost, aufeinander. Der FC Sachsen gewann im heimischen Alfred-Kunze-Sportpark mit 2:1 und trennte sich im Rückspiel im Sportforum Hohenschönhausen mit 0:0 von den Berlinern. Nach über 17 Jahren traf man sich nun unter den alten Namen in der mittlerweile viertklassigen Regionalliga wieder.
Ich war bereits vor zwei Tagen aus meiner neuen Heimat Frankfurt angereist, hatte mir am Freitag im „Mommsen“ Tennis Borussia Berlin gegen den Malchower SV angesehen, am Samstag das 2:2 zwischen Eintracht Frankfurt gegen Dortmund in der „Glühlampe“ verfolgt und wartete nun leicht angeschlagen am Bahnhof Gesundbrunnen, auf die Ankunft des Sonderzugs aus Leipzig.
Der hatte 40 Minuten Verspätung und war mit 800 Leutzschern völlig überfüllt, da die Deutsche Bahn einfach mal zwei Waggons „vergessen“ hatte. Rund 500 weitere separat angereiste Chemiker warteten ebenfalls am Bahnsteig, eine Handvoll BFC-Fans wurde unter Polizeibegleitung vorbei geschleust.
Nach der Ankunft des Zugs vereinigten sich alle „Grün-Weißen“ zu einer Gruppe und marschierten gemeinsam zum Jahn-Sportpark. An einer Treppe zur Max-Schmeling-Halle stand ein Grüppchen BFC-ler, das lautstark auf sich aufmerksam machte und gestikulierte. Dabei blieb es auch – den Rest des Tages war im Umfeld der Begegnung nichts von den Rivalitäten der früheren Duelle zu spüren. Die „Schutzmacht“ hielt sich ebenfalls weitestgehend zurück und beschränkte sich auf das Nötigste.
Angekommen im Sportpark gab es leider nur „bleifreies“ Bier. Ich verzichtete und genehmigte mir ein Steakbrötchen für drei Euro. Der Gästeblock war mit rund 1200 Chemikern gut gefüllt, die 2000 Heimfans verteilten sich auf der Gegengeraden und auf der Haupttribüne.
Dynamo Berlin war bis auf die Europapokalspiele in den Achtzigern, auch in früherer Zeit kein wahrer Zuschauermagnet, bezog seinen Ruf eher aus dem engen Zusammenhalt der Anhänger. Geschätzte 50 Mann bildeten den Stimmungsblock, dessen Zusammensetzung man aufgrund des weitläufigen Stadions nicht erkennen konnte. Zaunfahnen waren fast im ganzen Rund verteilt.
Die Stimmung unter den Chemikern war sehr gut. Von „Jung bis Alt“, von „Kutte bis Ultra“ war alles am Start und freute sich auf das Spiel. Vor fast 40 Jahren hatte mich mein Vater das erste Mal nach Leutzsch geschleppt. Wieviele Auswärtsspiele ich mittlerweile gesehen habe, kann ich nicht sagen – aber ich war mal wieder stolz, dabei zu sein.
Das Spiel war dagegen nicht berauschend. Nach fünf Minuten hatte Daniel Heinze die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber per Foulelfmeter an BFC-Keeper Bernhardt Hendl. Chemie-Kapitän Karau musste nach einem Zusammenprall blutüberströmt behandelt werden, konnte aber mit Kopfverband und gebrochener Nase weiterspielen. Kurz darauf gingen die Berliner durch Joey Breitfeld (38.) in Führung.
Konnte Chemie im ersten Abschnitt noch mithalten ging es nach der Pause meist nur noch auf das Leutzscher Tor. Matthias Steinborn erhöhte auf 2:0 (55.), David Zeferino Malembana markierte sieben Minuten später den Endstand.
Schlechte Laune kam dennoch nicht im Block auf. Die Mannschaft wurde das gesamte Spiel über lautstark unterstützt und noch lange nach dem Schlusspfiff gefeiert. Ein Punktgewinn beim Tabellenzweiten wäre mit einer schnellen Führung durchaus drin gewesen, aber vom Elfmeterpunkt aus sind schon ganz andere gescheitert. Für den nächsten Strafstoß bot sich mein ebenfalls aus dem Leipziger Vorort Delitzsch stammender und auch nach Frankfurt verzogener Kumpel an, der schon in seiner Jugend gelernt hatte: „Elfer schießt man flach ins Eck und nicht halbhoch.“
Als Fazit zum Spiel bleibt meinerseits zu sagen: Sportlich hat uns der BFC mal wieder geschlagen, fantechnisch ist – bei aller Nostalgie –  die Zeit bei uns nicht stehengeblieben. Leider gibt es dafür keine Punkte.

PS: Die Rückfahrt nach Leipzig im proppevollen Sonderzug war mehr als sensationell. Das habe ich so noch nicht erlebt. Danke an alle Beteiligten.

 

(gie)

 

 

Regionalliga Nordost: Berliner FC Dynamo – BSG Chemie Leipzig

Endstand: 3:0 (1:0)

Tore: 1:0 Joey Breitfeld (38.), 2:0 Matthias Steinborn (55.), 3:0 David Zeferino Malembana (62.)

Zuschauer: 3215

Ort: Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark / Berlin

Datum: Sonntag, 22.10.2017


Tennis Borussia Berlin – Malchower SV 90 4:1 (1:1)

"Warm-up" im Mommsenstadion

Im Freitagsspiel der NOFV-Oberliga Nord setzte sich Tennis Borussia Berlin, vor 620 Zuschauern im heimischen Mommsenstadion, gegen den Malchower SV 90 mit 4:1 durch. Für den Wochenendtrip in die Hauptstadt hatte ich mir die Partie als „Warm-up“ herausgesucht und stellte letztlich fest, dass ich mit dem Gedanken nicht der Einzige war.
Der Grund für meinen Berlin-Besuch war das Spiel der BSG Chemie Leipzig beim DDR-Rekordmeister BFC Dynamo. Natürlich wollte ich meine Zeit hier dazu nutzen, wenigstens einen neuen „Ground“ zu machen. Pünktlich zum Anpfiff kamen wir am „Mommsen“ an und suchten den Dritten im Bunde, der schon auf der Haupttribune auf uns wartete.
Das nach dem Althistoriker Theodor Mommsen benannte und unter Denkmalschutz stehende Stadion wurde 1930 eingeweiht und versprühte – bis auf die moderne elektronische Anzeigetafel und den Tartan-Belag der Leichtathletikanlage – auch heute noch den Charme der damaligen Zeit.
Das Spiel begann und TeBe machte das Spiel. Christopher-Lennon Skade erzielte nach 14 Minuten das 1:0. Die Gäste hielten dagegen und kamen durch Djibril N Diaye noch vor dem Seitenwechsel zum Ausgleich (37.).
Während der Halbzeit kamen wir mit sechs anderen Zuschauern ins Gespräch. Die waren aus Bochum, VfL-Fans und besuchten einen Kollegen in Berlin, um sich am nächsten Tag das Spiel der Bochumer gegen Eintracht Braunschweig, in einer Berliner Kneipe anzusehen.
Nach der Pause begann es stärker zu regnen und der Stadionsprecher lud alle Zuschauer ein, ins Trockene auf die Tribüne zu kommen. Es wurde enger und die Stimmung der über 600 Heimfans unter dem Dach deutlich besser.
Auf dem Rasen erhöhte die Heimelf den Druck und ging in der 67. Minute durch Randy Edwini-Bonsu erneut in Führung, Dragan Erkic legte nur drei Minuten später nach. Manuel Fischer machte kurz vor Schluss den Sack zu (88.).
Minuten nach dem Schlusspfiff feierten die TeBe-Fans immer noch lautstark ihr Team und wir machten uns durch den Regen davon, denn schließlich war das nur der Auftakt für das Berlin-Wochenende.

 

(gie)

 

 

NOFV-Oberliga Nord: Tennis Borussia Berlin – Malchower SV 90

Endstand: 4:1 (1:1)

Tore: 1:0 Christopher-Lennon Skade (14.), 1:1 Djibril N Diaye (37.), 2:1 Randy Edwini-Bonsu (67.), 3:1 Dragan Erkic (70.), 4:1 Manuel Fischer (88.)

Zuschauer: 620

Ort: Mommsenstadion / Berlin

Datum: Freitag, 20.10.2017


VfR Wormatia 08 Worms – 1. FC Saarbrücken 1:4 (1:1)

Bei den Nibelungen

Im Montagsspiel der Regionalliga Südwest setzte sich der 1. FC Saarbrücken beim VfR Wormatia Worms mit 4:1 durch. Der Schatz der Nibelungen wurde an diesem Abend nicht gehoben und ein neuer „Siegfried“ stand auch nicht im Aufgebot der Gastgeber.
Über die Nibelungenbrücke mit dem Nibelungenturm führte uns das Navi in die einst von den Kelten gegründete Stadt. Das Wormatia-Stadion sah schon etwas in die Jahre gekommen aus, wurde aber erst im Jahre 1928 erbaut. 1438 Zuschauer wollten die Partie nicht auf Sport1 im TV sehen, sondern waren vor Ort.
Nach einem kurzen Erkundungsgang durch das altehrwürdige Stadion, landeten wir in der Stadionkneipe hinter der Haupttribüne. Vor dem Anpfiff probierte ich am Grillstand noch die Drachenwurst, die aber leider nicht zum „Feuerspeien“ taugte – da wird auf anderen Fußballplätzen doch deutlich schärferes angeboten.
Der Heimelf fehlte es wohl auch etwas an Feuer, denn bereits nach sechs Minuten ging Saarbrücken durch Kevin Behrens in Führung. Sebastian Bernd Schmitt glich nach 15 Minuten aus und hielt die Partie zunächst weiter offen (15.).
„Fantechnisch“ waren beide Lager gleichstark besetzt. Die Saarbrücker protestierten in der ersten Halbzeit gegen die Verlegung des Spiels aufgrund der TV-Übertragung – ob und wie die Heimanhänger darauf antworten konnte ich von meinem Platz aus nicht sehen.
Auf dem Spielfeld machten die Gäste nach der Pause binnen kurzer Zeit alles klar: Markus Obernosterer (55.), 1:3 Patrick Schmidt (57.), 1:4 Behrens (59.) sorgten für die Tore.
Als Fazit bleibt zu sagen, dass ich mich der Meinung der Gästefans anschließe: Live ist Life! Der Ausflug in die Nibelungenstadt hatte zwar nichts „Sagenhaftes“ hervorgebracht, doch hatte ich einen interessanten Fußballabend auf einem traditionsreichen Ground erlebt.

 

(gie)

 

 

Regionalliga Südost: VfR Wormatia Worms – 1. FC Saarbrücken

Endstand: 1:4 (1:1)

Tore: 0:1 Kevin Behrens (6.), 1:1 Sebastian Bernd Schmitt (15.), 1:2 Markus Obernosterer (55.), 1:3 Patrick Schmidt (57.), 1:4 Behrens (59.)

Zuschauer: 1438

Ort: Wormatia-Stadion / Worms

Datum: Montag, 18.09.2017


VfB Germania Halberstadt – BSG Chemie Leipzig 0:0

Remis im Spitzenspiel

Am Ostermontag trafen in der NOFV-Oberliga Süd, der Tabellenführer BSG Chemie Leipzig und der zweitplatzierte VfB Germania Halberstadt aufeinander. Das Spitzenspiel im Halberstädter Friedensstadion endete vor über 2000 Zuschauern torlos.
Mit fünf Litern frisch gekelterten Apfelwein ging es von Frankfurt aus ins nördliche Harzvorland. In Hanau stieg noch ein weiterer „Chemiefan“ aus Würzburg zu mir in den ICE, sodass ich das „Stöffche“ nicht für mich alleine hatte – vorsorglich hatte ich extra zwei „Gerippte“ (klassisches Apfelweinglas) auf dem Erzeugermarkt auf der Frankfurter Konstablerwache mitgehen lassen.
Erster Zwischenstop war in Göttingen, über Goslar ging es dann weiter quer durch den Harz nach Halberstadt. Zum Stadion fuhren wir mit der Straßenbahn und kamen knapp zweieinhalb Stunden vor Anpfiff an.
Der Kanister „Äppler“ reichte wie geplant genau bis zum Stadioneingang und wir begaben uns hinein. Am Bierstand war wenig Andrang und am Imbiss war ebenfalls noch nicht viel los. Da ich bisher nur die Halberstädter Würstchen aus der Dose kannte, testete ich auch sofort die Stadionwurst. Auf Nachfrage wurde mir erklärt, dass die „nicht aus der Büchse“ kämen und siehe da, die waren wirklich lecker.
Langsam füllte sich der Gästebereich und die Schlangen an den Ständen und Toiletten wurden größer. Weit über 1000 Chemiker bevölkerten den Block und warteten auf den Beginn des Spiels.
Die Germania begann forsch und setzte die BSG unter Druck. Nach einer Viertelstunde hatten sich die Leutzscher aber gefunden und kamen zu Möglichkeiten. Im Abschluss blieben beide Seiten glücklos, die Gastgeber trafen vor der Pause einmal an den Pfosten.
Im zweiten Abschnitt begann der VfB wiederum zielstrebiger, mit laufender Spielzeit neutralisierten sich aber beide Teams. Halberstadt – das beste Heimteam der Liga – versuchte alles, kam aber nicht zum Torerfolg. Chemie ist das beste Auswärtsteam und verteidigte geschickt, ein Treffer gelang aber ebenfalls nicht.
Mit dem Ausgang zufrieden, machten wir uns auf den Weg zurück zum Bahnhof. Der war fest in der Hand des chemischen Anhangs. Wir versorgten uns mit Bier für die Rückfahrt und warteten auf unseren Zug.
Bis Göttingen waren wir zu dritt, ein weiterer mittlerweile in Stuttgart lebender Chemiker begleitetet uns. Da wir verschiedene Ziele hatten trennten sich hier unsere Wege. Ich ging noch einmal in die Göttinger Innenstadt und fand eine gemütliche Fußballkneipe. Hier schaute ich mir noch das Montagsspiel in der 2. Bundesliga an und erreichte nach Mitternacht Frankfurt.

 

(gie)

 

 

NOFV-Oberliga Süd: VfB Germania Halberstadt – BSG Chemie Leipzig

Endstand: 0:0

Tore: keine

Zuschauer: 2003

Ort: Friedensstadion / Halberstadt

Datum: Montag, 17.04.2017


Eintracht Braunschweig – SG Dynamo Dresden 1:0 (0:0)

Montagabends in Braunschweig

Der Aufstiegsambitionist Eintracht Braunschweig empfing in der 2. Bundesliga die SG Dynamo Dresden zum Montagsspiel. Den Braunschweigern gelang vor ausverkauftem Haus in der Nachspielzeit doch noch der Siegtreffer.
Nachdem ich mit einem Kumpel kürzlich ein Auswärtsspiel meiner „Chemiker“ beim SSV Markranstädt besucht hatte, stand nun der Gegenbesuch beim Gastspiel seiner „Dynamos“ beim Braunschweiger Turn- und Sportverein Eintracht an. Nach knapp fünfstündiger Zugfahrt, aus unserer neuen Heimat Frankfurt am Main, erreichten wir am späten Nachmittag die zweitgrößte Stadt Niedersachsens.
Der Bahnhof lag knapp 15 Minuten Fußweg vom Stadtzentrum entfernt und vermittelte mit seiner kargen Umgebung einen eher trostlosen Eindruck. Wir besuchten vor dem Spiel noch eine Altstadtkneipe und ein älterer Einheimischer klärte uns darüber auf: Der alte Kopfbahnhof befand sich im Stadtzentrum, mit "einem Puff davor – so wie es sich gehört“. Der neue Kreuzungsbahnhof ist "die Idee von irgend einem oberschlauen Stadtplaner“ und wurde im Jahr 1960 eröffnet.
Nun wußten wir bescheid und nachdem wir uns von „Miss Stralsund“ – der zugezogenen Bedienung der gastfreundlichen Lokalität – mit dem Versprechen verabschiedeten, nach dem Spiel noch einmal vorbei zu schauen, machten wir uns mit der Straßenbahn auf den Weg zum Eintracht-Stadion. Bei „La Viva“, einem in unmittelbarer Stadionnähe gelegenen Imbissbistro, machten wir noch einmal Rast und stärkten uns mit Wurst und Bier.
Die Eingangskontrolle am Gästeblock verlief human. Da aus Sicherheitsgründen leider nur „bleifreies“ Bier ausgeschenkt wurde, ignorierte ich die Verpflegungsstände und verzichtete auch auf meinen obligatorischen Test der Stadionwurst.
Die Partie selbst war in der ersten Halbzeit sehr von Zweikämpfen geprägt und bot kaum klare Torchancen. Nach der Pause machte Dynamo das Spiel, fand aber nicht zum Torabschluss. Nachdem der Schiedsrichter die Begegnung wegen einer Pyro-Einlage im Dresdner Block kurz unterbrach, gerieten knapp zehn Minuten später auf der andern Seite vier Rasensprenger außer Kontrolle. Nach einer weiteren kurzen Unterbrechung war das Wasser wieder abgestellt und die Gastgeber wurden aktiver – Zwingendes kam aber ebenfalls nicht heraus.
Kurz vor Spielende sah alles nach einem typischen 0:0-Montagsspiel aus, doch es kam anders: Die Dresdner konnten einen Freistoß nicht klären und der Ball fiel vor die Füße von Ken Reichel, der doch noch zum 1:0 einschob (90.).
Auf dem Rückweg vom Stadion versorgten wir uns aus dem Kofferraum von Bekannten meines Kumpels mit Bier und fuhren wieder in die Altstadt. Die Stralsunder Miss und weitere Braunschweiger Stadionbesucher empfingen uns wiederholt freundlich. Die Zeit reichte noch für ein paar kalte Getränke und „Fußballfachgespräche“, dann ging es zurück zum Bahnhof, von wo aus uns ein Fernbus nach Frankfurt brachte.
 

(gie)

 

 

2. Bundesliga: Eintracht Braunschweig – SG Dynamo Dresden

Endstand: 1:0 (0:0)

Tore: 1:0 Ken Reichel (90.)

Zuschauer: 22880 (ausverkauft)

Ort: Eintracht Stadion / Braunschweig

Datum: Montag, 10.04.2017


FC Viktoria 09 Urberach – SG Rot-Weiss Frankfurt 1:3 (0:2)

Fußball am 50. Breitengrad

Für die Hessenligisten FC Viktoria 09 Urberach und die SG Rot-Weiss Frankfurt endete die Winterpause eine Woche vor der Konkurrenz – mit einem Nachholspiel aus der Hinrunde. Der Tabellenletzte aus Südhessen empfing den momentan auf dem vierten Platz stehenden Aufstiegsaspiranten aus der Mainmetropole.
Urberach ist ein Stadtteil von Rödermark und liegt genau am 50. Breitengrad. Das hiesige Waldstadion befindet sich etwas außerhalb der Ortschaft und so nahm ich das Angebot eines Kumpels, mit dem Auto zum Spiel zu fahren, dankend an. Von Frankfurt aus machten wir uns zu dritt auf den Weg nach Südhessen.
Nach einer halben Stunde Autofahrt erreichten wir den tatsächlich mitten im Wald liegenden Sportplatz, der schon von außen einen recht gemütlichen Eindruck auf uns machte.
Hinter dem Eingang verkaufte eine Frau Lose für die Tombola, in der es einen Präsentkorb mit einigen Leckereien zu gewinnen gab. Gerade die darin befindlichen „Knackwürste“ lachten uns an. Da die Losverkäuferin beteuerte, dass den Korb hinterher nicht der Platzwart gewinnt, kauften wir ihr ein paar zum Preis von jeweils einem Euro ab. Zum Spiel kamen letztlich 145 – von einem für das Internetportal „Torgranate Rhein-Main“ schreibenden Bekannten – handgezählte Zuschauer. So hatten wir auch noch eine gute Gewinnchance.
Da bis zum Anpfiff noch genügend Zeit war, betraten wir zunächst das Sportlerheim. Hier lief gerade die Übertragung aus der 2. Bundesliga und so ließen wir uns auf ein paar Getränke nieder. Der Wirt war mit seinem Bayern-Shirt als „Bayern-Fan“ sofort zu erkennen, machte die aber durch seine sympathische Art wieder gut.
Zum Anpfiff verließen wir die Kneipe und bestaunten erst einmal einen von einheimischen Fans selbst errichteten Stammtisch neben der Haupttribüne. Die Konstruktion bestand im wesentlichen aus übereinander gestapelten Betonteilen mit einer Edelstahlplatte, zum Abstellen von Getränken. Daran installiert war eine von einer KFZ-Batterie gespeiste mutmaßliche Autoalarmanlage. Daneben standen eine größere Trommel und eine Luftschutz-Sirene mit Kurbel, die ein grauenhaftes Geheul erzeugte.
Im Spiel versuchten die Gastgeber dann alles, um sich gegen den Favoriten aus Frankfurt zu behaupten. Stellenweise gelang das auch ganz gut, doch zur Pause stand es nach Treffern von Vuk Toskovic (25.) und Anil Mus (30.) bereits 2:0 für die „Roten“.
Im zweiten Abschnitt bot sich das gleiche Bild und Andre Fliess (79.) legte nach, ehe Patryk Czerwinski in der 84. Minute den 1:3-Endstand markierte. Sevket Yildirim hatte in der Schlussminute sogar noch die Chance den Anschlusstreffer zu erzielen, traf aber nur an den Pfosten.
Nach der Partie ging es wieder in die Stadionkneipe, in der mittlerweile die Endphase in der Bundesliga lief. Die meisten verfolgten natürlich das Spiel von Eintracht Frankfurt, die dem FC Ingolstadt letztlich mit 0:2 unterlagen. Vor einem zweiten Bildschirm fieberte der Wirt mit den Bayern, die in der Hauptstadt mit 0:1 zurücklagen. In der sechsten Minute der Nachspielzeit, bei fünf angezeigten Minuten, machten die Münchner dann tatsächlich noch das 1:1 – aber das ist ein anderes Thema…
Bleibt nur noch zu sagen, dass wir die Auslosung der Tombola vergaßen und nicht wissen wer sich die Leckereien aus dem Korb schmecken lassen durfte – am Ende wohl doch der Platzwart.

 

(gie)

 

 

Hessenliga: FC Viktoria 09 Urberach – SG Rot-Weiss Frankfurt

Endstand: 1:3 (0:2)

Tore: 0:1 Vuk Toskovic (25.), 0:2 Anil Mus (30.), 0:3 Andre Fliess (79.), 1:3 Patryk Czerwinski (84.)

Zuschauer: 145

Ort: Urberacher Waldstadion /Rödermark-Urberach

Datum: Samstag, 18.02. 2017


TSV Steinbach – FSV Frankfurt 5:0 (2:0)

Noch Fragen?

Im Viertelfinale des Hessischen Landespokals musste der Drittligist FSV Frankfurt beim Regionalligisten TSV Steinbach antreten und blamierte sich gehörig. Die Fahrt an den östlichen Rand des Westerwalds hatte aber dennoch einige besondere Eindrücke zu bieten.
Von Frankfurt-Niederursel aus, starteten wir zu dritt mit dem Auto in Richtung Haiger und nach etwas über einer Stunde Fahrtzeit kamen wir am Stadion an. Hier wartete schon ein Riesenaufgebot der Staatsmacht. Nicht auf uns, aber scheinbar auf irgend etwas Größeres.
Die Gemeinde Steinbach wurde 1977 in die Stadt Haiger eingegliedert, so dass der TSV seine Heimspiele nunmehr im SIBRE-Sportzentrum Haarwasen in Haiger austrägt. Die Steinbacher stiegen seit der Saison 2008/09, von der Kreisliga A Dillenburg, in sieben Spielzeiten sechmal auf und sind derzeit dritter in der Regionalliga Südwest.
Nach einer sehr ausgiebigen Einlaßkontrolle ging es erstmal zum Verpflegungsstand, oder besser gesagt Container – zwei Fenster, die zirka 60 Zentimeter auseinander lagen und zwischen denen sich die Zapfanlage befand. Ich bestellte ein Bier und eine Bratwurst. „Bier gibts nur nebenan“, sagte mir das Mädel hinter der Theke und deutete auf das andere Fenster. „Kannst du mir hier keins geben“, fragte ich nach, sie antwortete: „Nein.“
Nachdem ich die Wurst bekommen und bezahlt hatte ging ich nun rüber zur benachbarten Luke und bestellte bei der gleichen (!!!) Bedienung das Bier. Die Frage nach dem „Warum das hier so ist“ verkniff ich mir. Ebenso verzichtete ich auf einen Kommentar zu der lauwarmen Bratwurst mit kaltem Kern. Dem Bier schadete die niedrige Temperatur zum Glück nicht.
Nach den ersten Erfahrungen mit den örtlichen Begebenheiten befestigten wir die Zaunfahne der „Komischen Vögel“ und wurden diesmal von einem Ordner darauf hingewiesen, dass er „nichts sieht“. Nachdem wir sie auf die angezeigte Höhe umgehängt hatten stellten wir fest, dass alle anderen Fahnen doch einiges höher hingen – das hieß: „Kommando zurück und wieder hoch mit dem Teil“.
Das Spiel begann und der FSV lag nach nicht einmal einer Viertelstunde, durch Patrick Dulleck (7.) und Maurice Müller (13.), mit 0:2 Toren hinten. Steinbach drückte weiter nach vorne und das erwartete Aufbäumen der „Bernemer“ blieb bis zur Pause aus.
In der Pause drückte nun auch das Bier. Auf die Frage wo sich denn die Toiletten befinden bekamen wir die Antwort: „Im Gästeblock gibt es keine, die sind im Heimbereich.“ Unter dem Hinweis „mal zu müssen“, durfte man dann auch problemlos den Bereich hinter der Tribüne betreten. Komisch – beim Einlass achtete man noch streng auf „Fantrennung“ und nun teilten wir uns mit den Einheimischen das Klo.
Wir nutzten die Gelegenheit gleich mal zu einem Abstecher auf die Haupttribüne. Kontrolliert wurde hier nicht. Nach ein paar Fotos besuchten wir noch kurz den Fanshop, an dem es Kümmerling und Jägermeister in kleinen Fläschchen gab. „Warum wurden wir beim Betreten des Stadions, unter anderem nach Wurfgeschossen durchsucht“, die Frage drängte sich bei uns auf.
Zwischenzeitlich hatte Sargis Adamyan auf 3:0 erhöht (49.). Der FSV blieb weiterhin ohne die passende Antwort und Adamyan (65.) sowie Dulleck (83.) legten sogar noch nach. Dann war endlich Schluss.
Nach dem äußerst blutleeren Auftritt der Bornheimer machten wir uns dann auf den Heimweg. Nicht nur die schlechte Leistung der Mannschaft warf auf der Rückfahrt einige Fragen auf: Das riesige Aufgebot an Sicherheitskräften, die ein scheinbar nicht vorhandenes Konzept befolgten, war ebenso fraglich. Wofür das Ganze? – Der Ausflug an sich, hat aber bis auf das Sportliche dennoch Spass gemacht.

 

(gie)

 

 

Hessenpokal Viertelfinale: TSV Steinbach – FSV Frankfurt

Endstand: 5:0 (2:0)

Tore: 1:0 Dulleck (7.), 2:0 Müller (13.), 3:0 Adamyan (49.), 4:0 Adamyan (65.), 5:0 Dulleck (83.)

Zuschauer: 1859

Ort: SIBRE-Sportzentrum Haarwasen / Haiger

Datum: Mittwoch, 23.11.2016


BSG Chemie Leipzig – 1. FC Lokomotive Leipzig 0:1 (0:0) n. V.

Schwamm drüber – der Fußball hat gewonnen!

Im Viertelfinale des Sächsischen Landespokals kam es im Leutzscher Alfred-Kunze-Sportpark zum Aufeinandertreffen der BSG Chemie Leipzig mit dem 1. FC Lokomotive Leipzig.
Nachdem die Paarung ausgelost wurde, stockte einigen bestimmt erst einmal der Atem. Vor 31 Jahren fand die Partie zwischen den langjährigen Rivalen zum letzten Mal unter den alten Namen statt – damals noch in der DDR-Oberliga, dem Fußball-Oberhaus – und endete mit 1:0 für die Lok. An das Hinspiel ein halbes Jahr vorher, das aus chemischer Sicht mit 0:4 verloren ging, kann ich mich noch gut erinnern: Als 13-Jähriger saß ich eingeflankt von meinem Onkel und meinem Vater im Zentralstadion, dem heutigen Tempel des Kommerzfußballs.
Nach der Wende traten dann die Nachfolgevereine FC Sachsen Leipzig und VfB Leipzig jenseits des bezahlten Fußballs gegeneinander an, bis nach einigen Neuanfängen nun wieder „Chemie gegen Lok“ auf die Tickets gedruckt werden durfte.
Je näher das Derby rückte um so mehr überschlugen sich die reißerischen Schlagzeilen in den Medien: Vom „Hooligan-Gipfel“ und „Hass-Derby“ war deutschlandweit zu lesen. Jedem Fußballfan war eigentlich klar, dass wenn es wie in der Vergangenheit zu den sogenannten „unschönen Szenen“ kommt, der Fußball verliert.
Sportlich gesehen spielte ein Oberligist gegen einen Regionalligisten – ein fußballerischer Leckerbissen war also nicht zu erwarten. Das heißt, das große mediale Interesse beschränkte sich doch mehr auf das Geschehen abseits des grünen Rasens, obwohl das ja die Bilder sind, die hinterher angeblich „keiner sehen will“.
Als Chemiker war klar, dass ich an dem Tag in Leutzsch bin. Sonntags morgens ging es mit einem befreundeten Arbeitskollegen sowie einem weiteren Bekannten, der für das Medium „11 Freunde“ Fotos schießen sollte, von Frankfurt aus nach Leipzig.
Fünf Liter Apfelwein waren ebenfalls mit am Start und sorgten für gute Laune. In Fulda stieg ein weiterer Chemiker zu, der mittlerweile in Würzburg lebt und so kamen wir zu viert am Leipziger Hauptbahnhof an. Dort wartete noch ein Leutzscher Anhänger auf seine Eintrittskarte, die einen Umweg über die Mainmetropole genommen hatte.
Gemeinsam ging es dann mit einer proppevollen S-Bahn nach Leutzsch. Auf dem Weg zum Sportpark überholten uns zwei Wasserwerfer und ein Räumpanzer der Ordnungsmächte. Die erwarteten verschärften Kontrollen blieben aber aus und der angekündigte Sicherheitsring um das Stadion bestand nur aus verwaisten „Hamburger Gittern“.
Nachdem der „Äppler“ verzehrt war, gingen wir erst einmal in „die Mücke“, eine Gartenkneipe in unmittelbarer Stadionnähe. Da das Derby ja als „Hochsicherheitsspiel“ ausgerufen war, gab es im Stadion auch keinen Alkoholausschank und die Mücke ist in solchen Fällen ein guter Geheimtipp für ein leckeres Essen und gutes Bier vorm Spiel.
Zum Spiel selber gibts wenig zu schreiben: Torraumszenen waren fast über 90 Minuten Mangelware, dafür bestimmte der Kampf um jeden Ball das Geschehen. In der Verlängerung machte sich dann die Überzahl der BSG Chemie bemerkbar: Lok-Akteur Steffen Fritzsch hatte bereits in der 61. Minute, nach einem sehr rüden Foul, die Rote Karte gesehen. Florian Schmidt und Alexander Bury hatten gute Möglichkeiten. Die größte Chance des Spiel hatte Bury dann in der 97. Minute: Sein Freistoß-Hammer donnerte gegen den Innenpfosten und sprang ins Toraus.
Im zweiten Abschnitt der Verlängerung hatte Manuel Wajer noch eine dicke Möglichkeit, traf aber aus Nahdistanz nur Lok-Keeper Julien Latendresse-Levesque (114.). Drei Minuten später erzielte der Japaner Hiromu Watahiki dann mit einem Sonntagsschuss den einzigen Treffer des Spiels.
Lange Gesichter gab es nach dem Schlusspfiff aber nicht: Chemie hatte aufopferungsvoll gekämpft und ein Klassenunterschied war nicht zu sehen. Die Mannschaft wurde dafür von den Fans gefeiert.
Wir zogen nach dem Spiel noch in den Leipziger Stadtteil Connewitz. Nach ein paar Bieren und „Pfeffies“ machten wir uns dann auf den Heimweg zurück nach Frankfurt. Da es rund um das Spiel ruhig geblieben war, gab es für mich nur einen verdienten Sieger – nämlich den Fußball.

 

(gie)

 

 

Sachsenpokal Viertelfinale: BSG Chemie Leipzig – 1. FC Lokomotive Leipzig

Endstand: 0:1 (0:0) n. V.

Tore: 0:1 Watahiki (117.)

Zuschauer: 4999

Ort: Alfred Kunze Sportpark / Leipzig

Datum: Sonntag, 13.11.2016


Würzburger FV – FC Würzburger Kickers II 2:1 (1:0)

Den Main aufwärts und zurück

In der Bayernliga Nord trafen die Stadtrivalen Würzburger FV und die Reserve des FC Würzburger Kickers aufeinander. Ein kleiner Tross, bestehend aus sechs Frankfurtern, machte sich den Main aufwärts, in die unterfränkische Landeshauptstadt.
Die knapp zwei Stunden Bahnfahrt vergingen mit ein paar Bieren und angeregten Gesprächen wie im Fluge. Selbst die „Gesichtskontrolle“ durch zwei Polizisten, die direkt hinter der bayrischen Landesgrenze zustiegen und jeden Fahrgast bei der Einreise in den Freistaat erst einmal unter die Lupe nahmen, verlief ohne Probleme.
Nach der Ankunft auf dem Würzburger Hauptbahnhof machten wir uns zu Fuß auf den Weg zur Sepp-Endres-Sportanlage. Der geplante Zwischenstop zur Nahrungsaufnahme im Restaurant „Alter Kranen“ musste wegen Überfüllung des Lokals leider ausfallen.
Da die Partie als Risikospiel galt, wurde im Stadion kein richtiges Bier ausgeschenkt. Glücklicherweise galt das Alkoholverbot nicht für den direkt angrenzenden Sportplatz, in dessen Kneipe wir vor dem Spiel verabredet waren. Leider war man hier auf solchen Andrang nicht vorbereitet, sodass nur Getränke und nichts an fester Nahrung ausgegeben wurde.
Das Sportlerheim war ausschließlich mit Fans des Würzburger FV gefüllt, die sich schon mal lautstark auf das Derby mit dem Erzrivalen einstimmten. Kurios war, dass sich die Würzburger Kickers hier im Kabinentrakt umzogen und sich mit den WFV-Fans die Toilette teilten. Eine Handvoll Ordner sicherte dazu den Sanitärbereich ab – außer ein paar üblichen Sprüchen brachte das aber keine Probleme.
Die Einlaßkontrolle im Stadion verlief dann auch relativ locker und pünktlich zum Anpfiff standen wir leider ohne Bier an der Seitenlinie. Dafür war die Bratwurst sehr gut. Die sah auf den ersten Blick angebissen aus, doch nach der Erklärung, dass es sich um eine „Geknickte“ handele, war ich beruhigt.
Der gastgebende Würzburger FV machte von Beginn an das Spiel und ging unter großem Jubel der offiziell 1642 Zuschauer, nach 38 Minuten durch Wojtek Droszcz in Führung. Die „Kickers“ hielten dagegen, erspielten sich aber zunächst keine zwingenden Torchancen.
Nach der Pause bestimmten die Hausherren weiterhin das Geschehen und Christian Dan erhöhte auf 2:0 (68.). Mit fortlaufender Spielzeit kamen die Gäste aber besser ins Spiel und Adrian Dussler gelang in der 87. Minute der Anschlusstreffer. Mehr war aber nicht drin und so bejubelten die Fans des WFV den am Ende verdienten Derbysieg gegen die Zweite des FWK.
Nach Abpfiff wurden die rund 200 Kickers-Fans aus dem Stadion geleitet und pünktlich um 17 Uhr durfte dann auch richtiges Bier ausgeschenkt werden, wovon wir uns im Vereinsheim überzeugten. Nach Einbruch der Dunkelheit machten wir uns dann auf den Rückweg und bestiegen nach einer weiteren Stärkung am Bahnhof den Zug zurück, den Main abwärts nach Frankfurt.

 

(gie)

 

 

Bayernliga Nord: Würzburger FV – FC Würzburger Kickers

Endstand: 2:1 (1:0)

Zuschauer: 1642

Tore: 1:0 Droszcz (38.), 2:0 Dan (68.), 2:1 Dussler (13.)

Ort: Sepp-Endres-Sportanlage / Würzburg

Datum: Samstag, 08.10.2016


VfL Sportfreunde Lotte – FSV Frankfurt 0:1 (0:1)

"Volle Lotte" am Rübenacker

Nach zwei Heimsiegen in Folge gastierte der FSV Frankfurt beim Aufsteiger VfL Sportfreunde Lotte. Am Ende der rund 660 Kilometer langen Auswärtsfahrt ins Tecklenburger Land und zurück, standen weitere drei Punkte und jede Menge neuer Eindrücke zu Buche.
Das erste Mal wahrgenommen habe ich Lotte in der Saison 2012/13, als sich die Sportfreunde in den Aufstiegsspielen zur Dritten Liga, im Rückspiel erst in der Verlängerung mit 2:2, gegen den „Brauseclub“ aus meiner Heimatstadt Leipzig geschlagen geben mussten. Nun ging es für mich mit dem FSV-Fanbus zu einem neuen Ground, in die 14.000 Einwohner zählende Gemeinde in der Nähe von Osnabrück.

Die Stimmung im Bus war gut und für reichlichen Nachschub an gekühlten Getränken war ebenfalls gesorgt. Ich hatte wieder einmal die vorige Nacht durchgearbeitet und schon ein paar morgendliche „Feierabendbiere“ intus. Die Fahrt war dementsprechend kurzweilig und nach zwei Pinkelpausen fuhr der Bus am sehr ländlich gelegen Stadion am Lotter Kreuz vor.
Von außen war der fast komplett mit Wellblech eingefasste Sportplatz als solches eigentlich nicht zu erkennen und hätte auch ein kleineres landwirtschaftliches Gewerbegebiet sein können. An drei Seiten umgeben von Feldern und auf der anderen Straßenseite ein Bauernhof sowie ein Begrüßungsschild mit den Worten „Volle Lotte“ – wir waren angekommen.
Dass das Stadion in den letzten Jahren mehrfach erweitert wurde offenbarte sich dann im inneren: Keine der Tribünen passte wirklich zur anderen und jede für sich war eigentlich eine „Bausünde“.

Am Versorgungstand stapelten sich die Bratwürste auf dem Grill – wahrscheinlich hatte man sich etwas zu gut auf unsere Ankunft vorbereitet. Ich entschied mich für eine Frikadelle und ein Bier und begrüßte erstmal die ebenfalls anwesenden Hopper von Altona 93. Die Hamburger sind unter anderem mit dem FSV-Fanklub „Komische Vögel“ befreundet und nicht zum ersten Mal Gäste im Frankfurter Fanblock.
Das Spiel begann und der FSV Frankfurt nahm sofort das Heft in die Hand. Nach einem langen Ball von Massimo Ornatelli stand Fabian Schleusener frei vor Lottes Keeper Benedikt Fernandes und schob zum 1:0 ein (31.). Die „Bernemer“ behielten die Oberhand und erspielten sich noch vor der Pause weitere gute Möglichkeiten.
Die Sportfreunde fanden auch in der zweiten Halbzeit nicht ins Spiel. Für den FSV kam aber auch trotz guter Chancen nichts Zählbares mehr heraus. In der Schlussphase erhöhte Lotte dann doch noch einmal das Tempo: Kevin Freiberger köpfte in der Nachspielzeit nach einer Flanke von Luca Tankulic auf das Tor, doch Sören Pirson lenkte den Ball gerade noch an die Latte (90.+1).
Mit drei Punkten im Gepäck machte sich der Tross dann wieder auf den Rückweg. Von der ausgelassenen Stimmung im Bus bekam ich aber nicht mehr wirklich viel mit, da mich schließlich doch noch die Erschöpfung und der Schlaf einholten.

 

(gie)

 

 

3. Liga: VfL Sportfreunde Lotte – FSV Frankfurt

Endstand: 0:1 (0:1)

Tore: 0:1 Schleusener (31.)

Zuschauer: 1550

Ort: Sportpark am Lotter Kreuz / Lotte (Westfalen)

Datum: Samstag. 01.10.2016


FV Bad Vilbel – Spvgg. 05 Oberrad 1:0 (0:0)

"Murphys Law" – Mit dem Bus nach Bad Vilbel

Die Spvgg. 05 Oberrad gastierte freitagabends in der Verbandsliga Hessen Süd beim FV Bad Vilbel. Meine Anreise mit den „Öffentlichen" verlief wieder einmal nicht nach Fahrplan.
Erst kurz nach dem Anpfiff war ich da – zum Glück war noch kein Tor gefallen. Mein Plan mit dem Bus über Frankfurt/Bergen-Enkheim in die Nachbarstadt Bad Vilbel zu fahren war der falsche. Beim Umsteigen in Bergen hätte ich mir eigentlich fünf Minuten Zeit lassen können, doch vom Anschlussbus sah ich nur noch die Rücklichter, da der Fahrer glatt fünf Minuten früher losfuhr. Der nächste Bus, der eine halbe Stunde später fahren sollte, hatte natürlich fünf Minuten Verspätung.
„Murphys Law“ durfte ich mir bei meiner Ankunft am Niddafeld anhören. Verpasst hatte ich also noch nichts, also verflog mein Ärger auch ziemlich schnell wieder.
Beide Teams waren bemüht, eindeutige Torchancen blieben aber weitestgehend aus. In der 80. Minute traf Filip Osman mit einem Freistoß aus 30 Metern ins Tor.
Nach dem Spiel bot sich mir dann die Möglichkeit im Mannschaftsbus der Oberräder mit zurück nach Frankfurt zu fahren. Logisch, dass ich das Angebot nach der verkorksten Anreise annahm.

(gie)

 

 

Datum: Freitag, 23.09.1016

Verbandsliga Hessen Süd: FV Bad Vilbel – Spvgg. 05 Oberrad

Endstand: 1:0 (1:0)
Tore: 1:0 Osman (80.)
Zuschauer: 130
Ort: Niddasportfeld / Bad Vilbel


BSG Chemie Leipzig – FSV Barleben 4:1 (1:0)

Gemeinsam auswärts

Die BSG Chemie Leipzig und der FSV Barleben begegneten sich anläßlich des 5. Spieltags in der NOFV-Oberliga Süd, zum ersten Mal im Spielbetrieb.
Mit dem ICE machte ich mich samstags morgens von Frankfurt-Bornheim aus auf den Weg. Da der FSV Frankfurt nur 35 Kilometer weiter, in der 3. Liga beim Halleschen FC antrat, bestritt ich die Fahrt nach Leipzig gemeinsam mit drei Freunden vom FSV-Fanclub „Komische Vögel“.

Eigentlich hatte ich schon vor Wochen geplant, gemeinsam mit den Jungs nach Halle zu fahren. Da meine Chemiker zur gleichen Zeit in Leutzsch spielten, hätte ich in Halle aber keine Ruhe gehabt.
Nach der Ankunft am Leipziger Hauptbahnhof trennten sich also unsere Wege und ich machte mich auf zum Alfred-Kunze-Sportpark. Hier regnete es schon die ganze Zeit Bindfäden und es sah auch nicht danach aus, dass es besser werden würde.

Pünktlich zum Spielbeginn hörte der Regen dann doch auf, was aber nichts daran änderte, dass leider nur knapp unter 700 Zuschauer den Weg ins Stadion fanden.
Chemie legte die ersten Minuten los wie die Feuerwehr, doch der Ball wollte zunächst nicht ins Tor. Nach zirka zehn Minuten klatschte die Kugel, zum Schrecken aller Leutzscher, nach einem Angriff der Barlebener in hohem Bogen auf die Latte von Chemie-Keeper Marcus Dölz. Die Chemiker blieben davon unbeeindruckt und machten weiterhin das Spiel. Kurz vor der Pause war es dann endlich soweit: Nicolas Ludwig erzielte nach Vorarbeit von Andy Müller, frei vor dem Tor stehend, das verdiente 1:0 (43.).
Nur eine Minute nach dem Wiederanpfiff legte Tim Bunge nach und Daniel Heinze erhöhte auf 3:0 (64.). Die Leutzscher lehnten sich nun etwas zurück und die Gäste aus der Börde verkürzten durch Denny Pile (76.). Mehr gelang Barleben aber nicht und so sorgte Ludwig in der 84. Minute für den 4:1-Endstand.
Während des Spiels wurde ich natürlich über das Abschneiden des FSV Frankfurt bei den „Halunken“ informiert. Die „Bernemer“ holten immerhin einen Punkt in Halle und so machte ich mich zufrieden auf den Rückweg an den Bornheimer Hang, wo ich seit über 20 Jahren lebe.

 

(gie)

 

NOFV-Oberliga Süd: BSG Chemie Leipzig – FSV Barleben

Endstand: 4:1 (1:0)

Tore: 1:0 Ludwig (43.), 2:0 Bunge (46.), 3:0 Heinze (64.), 1:3 Pile (76.), 4:1 Ludwig (84.)

Zuschauer: 680

Ort: Alfred Kunze Sportpark / Leipzig

Datum: Samstag, 17.09.2016


SC Weiss-Blau Frankfurt – SG Concordia Eschersheim 1:0 (0:0)

"Getränke-Mix" in Niederrad

In der dritten Runde im Frankfurter Kreispokal trafen die beiden Kreisoberligisten SC Weiss-Blau und die SG Concordia Eschersheim aufeinander.
Die Fahrt zu den Sandhöfer Wiesen im Frankfurter Stadtteil Niederrad erfolgte wie schon des öfteren mit der Straßenbahn. Nach der Ankunft orderten wir erst einmal die Getränke: Ein Bier und einen „Äppler pur“.
Der Apfelwein schmeckte beim ersten Schluck etwas eigenartig – war nach einem Blick auf das Etikett auch ein Radler (Bier-Limo-Gemisch). Also schnell hinter damit und endlich den puren Äppler geholt. Der kam aus dem Odenwald und war auch richtig lecker. Leider waren nur zwei Flaschen davon vorrätig, sodass ich als drittes Getränk dann einen „sauer gespritzten“ bekam, der aber auch durchaus genießbar war.
Das Spiel verlief relativ unspektakulär: In der ersten Halbzeit neutralisierten sich beide Teams weitestgehend. Im zweiten Abschnitt setze sich die Cleverness der Gastgeber gegen die sehr junge Mannschaft der Concordia durch. Konstantin Schmidt Narischkin erzielte das umjubelte Tor des Tages und brachte die „Weiss-Blauen“ eine Runde weiter (67.).
Bleibt zu erwähnen, dass mein Begleiter während der Partie die nächste Runde Getränke holen ging und mir doch tatsächlich ein Flaschenbier mitbrachte.

Nachdem ich während eines Fußballspiels letztlich vier verschiedene alkoholische Getränke konsumiert hatte, verließen wir dann die Sportanlage.

 

(gie)

 

Kreispokal Frankfurt: SC Weiss-Blau Frankfurt – SG Concordia Eschersheim

Endstand: 1:0 (0:0

Tore: 1:0 Schmidt Narischkin (67.)

Zuschauer: 38

Ort: Sportanlage Sandhöfer Wiesen / Frankfurt am Main

Datum: Dienstag, 13.09.2016


BSG Chemie Leipzig – SG Eintracht Frankfurt 2:2 (1:1)

Durchgefeiert – oder ein Tag mit Freunden

Seit über zwölf Jahren sind die Ultras Frankfurt und die Diablos Leutzsch eng befreundet. Aufgrund  dieser tiefgehenden Freundschaft kam nun das Benefizspiel zwischen der BSG Chemie Leipzig und der SG Eintracht Frankfurt, zu Erhaltung des altehrwürdigen Alfred-Kunze-Sportparks im Leipziger Stadtteil Leutzsch, zustande. Offiziell 4999 Zuschauer, davon über 700 aus der Mainmetropole erlebten einen Nachmittag, der noch lange in den Köpfen herumschwirren wird.
Mein Ausflug nach Leutzsch startete wie meistens, direkt nach einer Nachtschicht in einem Frankfurter Club. Mit einem befreundeten Arbeitskollegen und glühendem Eintracht-Anhänger machte ich mich auf den Weg in das Stadion, in dem meine Liebe zum Fußball und zur BSG Chemie begannen.
Zirka drei Stunden vor Spielbeginn erreichten wir schon etwas angeschlagen das Leutzscher Holz. Nach einer kurzen Begrüßung testeten wir erstmal die Qualität des eigens für das Spiel angelieferten „Äpplers“, dem Frankfurter Nationalgetränk. Nach einer weiteren Stärkung am Bierstand machten wir zunächst eine Erkundungsrunde durch den Sportpark, schließlich war mein Begleiter ja das erste Mal mit im AKS.
Aufgrund der brütenden Hitze versorgten wir uns danach mit weiteren Getränken und warteten auf den Spielbeginn. Immer mehr bekannte Gesichter aus Frankfurt und Leipzig fanden sich in der Zwischenzeit ein. Die Vorfreude auf ein "Fußballfest unter Freunden" stand allen Anwesenden deutlich ins Gesicht geschrieben. Ich habe selten eine so entspannte Atmosphäre vor einem Fußballspiel erlebt. Das Spiel verfolgten wir dann abwechselnd aus dem Gästeblock und vom Norddamm aus.
Die Eintracht hatte alle nicht zu Länderspielen abgestellten Profis mit im Gepäck und überreichte vor dem Anpfiff, zusätzlich zum Verzicht auf eine Antrittsgage, noch einen Scheck über 10000 Euro. Dann ging es endlich los.
Sportlich hielten die Chemiker gegen die nicht bis an die Leistungsgrenze gehenden Bundesligaprofis gut mit. So egalisierte Florian Schmidt mit dem Pausenpfiff den Führungstreffer von „Fußballgott“ Alex Meier aus der 31. Minute. Nach dem Seitenwechsel gingen die Frankfurter durch Dany Blum (50.) erneut in Führung. Diesmal schaffte der Leutzscher Fußballgott Andy Müller nur drei Minuten später den vielumjubelten Ausgleich.
Auf den Rängen herrschte währen des ganzen Spiels eine Stimmung, die es so im AKS meines Erachtens nach noch nicht gab. Ich habe bei Spielen gegen Berliner Mannschaften Mitte der Achtziger, bei den Derbys gegen die „Unaussprechlichen“ aus dem Leipziger Südosten zur Jahrtausendwende und einige andere Male, einen gut gefüllten Gästeblock erlebt, aber da ging es meist um Rivalitäten, Aggressionen und Politik. Beide Fanlager feuerten während und nach der Partie lautstark das jeweils andere Team an – das hatte schon was einmaliges. Auf die gezeigten Choreographien möchte ich hier nicht näher eingehen, da im Netz genügend Fotos und Videos kursieren und die Bilder für sich sprechen (ein Link zu einem Video ist unter dem Beitrag).
Nach dem Spiel war dann Party hinter der Haupttribüne angesagt, mit Festzelt, Bands und allem was dazugehört – aber eigentlich lief unsere Feier schon spätestens seit der Abfahrt in Frankfurt, woraufhin mich meine Erinnerung an den Rest des Abends irgendwann verließ.

 

(gie)

 

Benefizspiel: BSG Chemie Leipzig – SG Eintracht Frankfurt

Endstand: 2:2 (1:1)

Zuschauer: 4999

Ort: Alfred Kunze Sportpark / Leipzig

Datum: Samstag, 03.09.2016

Hier ist ein Video vom Spiel:


Spvgg. 05 Oberrad – SV Eintracht Wald-Michelbach 0:3 (0:2) abgebrochen

In Oberrad ist es "zappenduster"

In einer vorgezogenen Begegnung des 5. Spieltags der Verbandsliga Hessen Süd hatte der Hessenliga-Absteiger Spvgg. 05 Oberrad, den SV Eintracht Wald-Michelbach zu Gast. Im Gegensatz zu den ersten beiden Heimpartien, die ebenfalls an einem Donnerstagabend und teilweise in strömendem Regen stattfanden, schien diesmal die Sonne. Dennoch wurde es am Ende „zappenduster“.
Die Oberräder haben bisher nur einen mageren Punkt und ein Tor aus der Auftaktbegegnung gegen die TS Ober-Roden auf ihrem Konto. In den folgenden drei Begegnungen kassierten die 05er zwei deftige Auswärts- und eine Heimniederlage, sowie zwölf Tore.
Bei bestem Fußballwetter und vor 150 Zuschauern gerieten die Gastgeber von Beginn an unter Druck. In der 28. Minute wusste sich Kapitän George Worcester gegen den angreifenden Odenwälder Torjäger Jan Gebhardt, nur mit einer „Notbremse“ zu helfen. Folgerichtig gab es die Rote Karte und einen Freistoß nahe der Strafraumgrenze, den Gebhardt auch gleich selbst zum 1:0 versenkte.
Kurz nach dem Seitenwechsel hatte Sebhat Kahsay den Ausgleich auf dem Fuß, doch fast im Gegenzug erhöhte Gebhardt auf 2:0 (49.). Langsam bahnte sich ein Debakel an, da die Gäste auch in der Folgezeit das Spiel bestimmten und die Gastgeber scheinbar kein wirksames Gegenmittel fanden.
Nach 60 Minuten verweigerten dann die beiden Flutlichtmasten, die bei den Umkleidekabinen stehen, ihren Dienst. Dem Schiedsrichter war es offenbar trotz noch vorhandenem Tageslicht zu dunkel und er unterbrach die Partie. Als nach mehrmaligen „Startversuchen“ das Licht teilweise ganz ausfiel, glaubte kaum noch jemand an eine Fortsetzung des Spiels.
Doch der Referee überraschte alle und pfiff die Begegnung nach einer guten halben Stunde, unter dem Licht der zwei verbliebenen Masten wieder an. Mittlerweile war  die Sonne aber gänzlich untergegangen und in der Spielhälfte der Gäste herrschte Dunkelheit.
Wald-Michelbach gelang unter diesen „nicht der Verbandsliga entsprechenden" Verhältnissen schnell das 3:0 – wiederum durch Gebhardt (62.). Ein Spielfluss kam aber auf beiden Seiten nicht zustande.
Nach gespielten 85 Minuten gab dann die Lichtanlage komplett den Geist auf und auf dem Gelände war für wenige Augenblicke, nur der Lichtschein einiger Handys zu sehen. Jetzt hatte auch der Unparteiische keinen Durchblick mehr und brach die Partie endgültig ab.
Die Gäste aus dem Odenwald waren natürlich bedient und vermuteten eine „Manipulation“ am Flutlicht. Die nach der ersten Unterbrechung abgestellten „Aufpasser“ vor der Schaltzentrale der Oberräder, konnten dies aber nicht bestätigen.
Das Sportgericht wird nun über die Wertung oder eine mögliche Wiederholung des Spiels entscheiden.

 

(gie)

 

 

Verbandsliga Hessen Gruppe Süd: Spvgg. 05 Oberrad – SV Eintracht Wald-Michelbach

Endstand: 0:3 (0:2) abgebrochen

Zuschauer: 150

Ort: Sportanlage Beckerwiese "Grie-Soß-Arena" / Frankfurt am Main

Datum: Donnerstag, 25.08.2016


BSG Stahl Riesa – BSG Chemie Leipzig 1:0 (0:0)

Ein Spiel zum Vergessen – eine Fahrt die unvergessen bleibt

Wie fange ich den Bericht an? Diese Frage stellte sich mir nach dem Ausflug zur Sachsenliga-Partie der BSG Stahl Riesa gegen die BSG Chemie Leipzig. Die Begegnung der beiden Betriebssportgemeinschaften war in der Saison 1984/85 noch ein Erstligaduell in der DDR-Oberliga. Der Besuch der Neuauflage in der Verbandsliga bedurfte für mich als Exil-Chemiker, einiger logistischer Vorbereitungen. So eine Fahrt von Frankfurt am Main aus ist lang und es gab die eine oder andere Anekdote, die in dem Bericht aufgearbeitet werden sollte.
Bevor ich aber den Bogen zwischen den Fahrtvorbereitungen sowie der Begegnung mit einem ehemaligen Slowakischen Nationalspieler und Profi von Eintracht Frankfurt spanne, komme ich zunächst einmal zum für mich als "Chemiker" unerfreulichen – nämlich dem sportlichen Teil.
Die BSG Chemie kassierte nach einer guten Leistung in der 92. Minute durch einen "Sonntagsschuss" von Steffen Krechlak das 1:0. Zuvor hatten Sven Schlüchtermann (4.), Andy Müller per Kopf (26.) und Manuel Wajer mit einem Lattentreffer (54.) den Riesaer Ersatztorwart Michael Kycek nicht überwinden können. Die Niederlage ist ein herber Rückschlag im Aufstiegsrennen, da man nun auf Patzer der Konkurrenz warten muss.
Nachdem in der letzten Saison noch zirka 900 Chemiker in den gleichen Gästeblock passten, gaben die Riesaer diesmal im Vorfeld der Partie bekannt, dass nur 700 Karten im Vorverkauf zur Verfügung stünden und es für Leipziger Fans keine Tageskasse gibt. Mit einem Telefonanruf sicherte ich mir eine der Karten.
Da zu vermuten war, dass das Kontingent nicht ausreichen könnte, reifte in mir der Plan meinen Platz im wohl überfüllten Gästeblock für jemanden frei zu machen, der beim Kartenverkauf leer ausgehen sollte. Eine E-Mail an Stahl Riesa mit dem Hinweis auf meine Pressearbeit für die 'Frankfurter Neue Presse' und schon hatte ich die Zusage, mich auf die Heimseite stellen zu dürfen.
Nach knapp über drei Stunden Zugfahrt kam ich am Spieltag in Leipzig an. Ein obligatorisches Begrüßungsbier im 'Gleis 8', einer Kneipe im Hauptbahnhof, dann ging es auch schon weiter mit einem Regionalzug nach Riesa.
Auf die "Begleitumstände und die Begleiter" in Zügen mit grösseren Gruppen Fußballfans will ich nicht näher eingehen – nur kurz: Es lief relativ entspannt ab. Selbst als bei der Ankunft in Riesa einige "Dynamos" am Bahnsteig standen, um mit dem gleichen Zug weiter nach Dresden zu fahren, kippte die Stimmung nicht.
Der rund 45 minütige "begleitete" Fußmarsch der rund 400 Zugfahrer, zur erst kürzlich von 'Nudel-Arena' in 'Stahl-Arena' umbenannten Spielstätte, führte durch eine fast ausgestorben wirkende Kleinstadt. Bis auf wackelnde Gardinen und ein paar Fenstergucker waren die Bordsteine Samstagmittag hochgeklappt.
Kurz vor dem Stadion seilten sich mein Begleiter, der diesmal für die Videoaufnahmen zuständig war und ich uns aus dem Konvoi ab, um auf die Heimseite zu gelangen. Der Einlass verlief aufgrund unserer Akkreditierungen problemlos und mit Fischbrötchen und Bier gestärkt suchten wir uns gemeinsam mit den beiden Moderatoren von 'Fünfeck FM', dem Fanradio der Leutzscher, einen Platz gegenüber unseres Fanblocks.
Die Kulisse war mit über 1800 Zuschauern für die Verbandsliga sehr ordentlich. Die Riesaer und die vereinzelten „Dynamos", die nicht mit zum Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden gefahren waren, beließen es bei erstaunten Blicken – außer uns hatten ebenfalls noch einige andere Chemiker einen Weg in den Heimbereich gefunden. Ein in Brandenburg lebender Anhänger des Leipziger Lokalrivalen aus Probstheida ließ sich das Spiel ebenfalls nicht entgehen.
Die Choreo der Leipziger Ultras bestand im Wesentlichen aus einem großen Spruchband mit der Aufschrift: "Es ist jetzt an der Zeit den Aufstieg in Angriff zu nehmen, der Glaube soll nun auf euch übergehen“, und viel grünem Rauch. Dazu wurde eine große Blockfahne mit Vereinslogo präsentiert sowie die beim Treffpunkt als "Überraschung" verteilten Schals hochgehalten. Der Riesaer Stimmungsblock umfasste zirka 35 Leuten, die neben ein paar eigenen Zaunfahnen noch zwei HSV- und ein Lazio-Banner befestigt hatten.
Das Spiel nahm letztlich nicht den erhofften Verlauf und die Stimmung war nach dem Schlusspfiff natürlich im Keller. Der Rückmarsch zum Riesaer Bahnhof sollte sich ebenfalls verzögern und so nutzte ich kurzfristig den freien Platz im Auto der Radiomacher, um mit zurück nach Leipzig zu fahren.
Wieder im 'Gleis 8’, begann mit einem weiteren mittlerweile in Frankfurt lebenden Chemiker die Aufarbeitung des Spiels und setzte sich im ICE fort. Beim Bier erzählten wir uns Anekdoten aus alten Zeiten und wurden nach kurzer Zeit von einem im gegenüberliegenden Abteil sitzenden Alleinreisenden unterbrochen: "Bei welchem Spiel wart ihr?"
Nach dem Hinweis "Sechste Liga – kennst du nicht“, ratterte es bei mir im Hinterkopf. "Du siehst irgend jemandem ähnlich", fragte ich beim zweiten Gesprächsversuch unseres Gegenübers. "Ich bin Peter Németh, Co-Trainer bei Dynamo Dresden", und es machte bei mir klick.
Mit Geschichten über seine Zeit bei Eintracht Frankfurt, seine weiteren Stationen und über seine Heimat Slowakei, verging die Fahrt viel zu schnell. Nachdem auch noch Justin Eilers auf dem Weg nach Bremen – oder besser ein Double mit seinem Trikot durch den Zug lief, kamen wir in Frankfurt an und verabschiedeten uns.

 

(gie)

 

Verbandsliga Sachsen: BSG Stahl Riesa – BSG Chemie Leipzig

Endstand: 1:0 (0:0)

Zuschauer: 1815

Ort: Stahl-Arena / Riesa

Datum: Samstag 23.04.2016

 


Offenbacher FC Kickers – KSV Hessen Kassel 8:7 (0:0) n. E.

Drei Stunden Pokal-Krimi für zwei Euro "Zuschlag"

Zwölf Euro wurden für das Hessenpokal Halbfinale zwischen den Offenbacher Kickers und Hessen Kassel, in der Vorverkaufsstelle im Frankfurter MyZeil für den Stehplatz verlangt. An der Stadionkasse hätte uns die Karte nur einen "Zehner" gekostet, aber für die zwei Euro "Frankfurt-Zuschlag" wurde uns letztlich aber auch einiges geboten. Das Nahverkehrs-Ticket war ja immerhin schon im Preis enthalten, was von Frankfurt aus immerhin 9,60 Euro für Hin- und Rückfahrt ausmacht.

Von Bornheim-Mitte ging es erstmal mit dem Bus bis Offenbach-Ost. Von da aus gibt es für gewöhnlich einen Shuttle-Service zum Biberer Berg. Bei unserer Ankunft sahen wir dann auch die Rücklichter eines gerade abfahrenden Busses. Nur ein paar Sekunden später bog aber auch schon der nächste um die Ecke und fuhr direkt nach dem wir eingestiegen waren los – ein Shuttle-Bus für zwei Personen, das war schon exklusiv.

Am Stadion war dann deutlich weniger Andrang, als in der Vorwoche beim Regionalligaspiel gegen den Tabellenzweiten aus Elversberg. Dafür waren die Schlangen an den Verpflegungsständen diesmal viel länger und der Senfbehälter für die "Feuerwurst" war schon vor dem Anpfiff leer.

Das Spiel plätscherte dann erstmal so dahin. Bei beiden Teams war die Fehlerquote hoch, was aber dennoch nicht zu klaren Torchancen führte. Der erste "Aufreger" war dann nach zehn Minuten, als die Kasseler Ultras lautstark den Gästeblock stürmten und von den Offenbachern mit Schmähgesängen begrüßt wurden.

Nach dem Seitenwechsel waren beide Mannschaften dann deutlich bemühter, zählbares sprang aber immer noch nicht heraus. Die Gäste hatten dabei noch die beste Chance, als Tobias Damm völlig freistehend an OFC-Torwart Daniel Endres scheiterte (75.). Die Kickers drückten nun, waren im Abschluss aber ebenfalls viel zu harmlos – es roch nach einer Verlängerung.

Ein Tor fiel dann doch noch vor dem Ende der regulären Spielzeit: Die Kasseler "Fans" rüttelten ein Fluchttor aus den Angeln und versuchten zu provozieren. Die Ordnungskräfte füllten schnell die Lücke im Zaun und waren vom weiteren Spielverlauf wahrscheinlich weniger begeistert – es blieb torlos.

In der Verlängerung passierte bis auf einen Lattenknaller von Kassels Mike Feigenspan nicht viel (110.). Den 3589 Zuschauern bot sich das gleiche Bild wie bisher und das Elfmeterschießen musste über einen Sieger entscheiden.

Nachdem die ersten fünf Schützen auf beiden Seiten angetreten waren, war immer noch nicht Schluss: Beide Torhüter parierten jeweils einen Elfmeter. Als dann bei den Gästen Frederic Brill ebenfalls vergab, verwandelte Offenbachs Keeper Endres den 18. Elfmeter und schoss sein Team ins Finale.

Knapp drei Stunden Pokal-Krimi in Offenbach gingen zu Ende und waren die zwölf Euro auf jeden Fall wert.

 

(gie)

 

Hessenpokal / Halbfinale: Offenbacher FC Kickers – KSV Hessen Kassel

Endstand: 8:7 (o:0) n. E.

Zuschauer: 3589

Ort: Stadion am Biberer Berg / Offenbach

Datum: Dienstag, 05.04.20016


SC Borussia Fulda – KSV Baunatal 3:1 (0:1)

Pferdeklopse

Fulda gehörte bisher noch zu den weißen Flecken auf meiner persönlichen Fußballkarte. Da war es natürlich keine Frage, dass ich das Angebot gemeinsam mit den "Komischen Vögeln", einem FSV Frankfurt Fanclub und mit deren Freunden vom Altonaer FC von 1893, nach Osthessen zu fahren annahm. Außerdem war geplant nach dem Spiel noch ein Fuldaer Lokal aufzusuchen, in dem es "Pferdeklopse" geben sollte.

Die knapp eineinhalbstündige Fahrt begann um 12.26 Uhr am Frankfurter Hauptbahnhof mit einem kurzen Bekanntmachen und setzte sich bei einigen Bieren, mit dem regen Austausch von Fußballgeschichten fort.

Das Fuldaer Stadion Johannisau war mit über 500 Zuschauern für die Hessenliga recht gut gefüllt, einen Stimmungsblock gab es hier aber nicht. Dafür sorgte unser Haufen, bestehend aus Altonaer Kuttenträgern, FSV-lern und mir für einiges Aufsehen, das zur Halbzeitpause vom Fuldaer Stadionsprecher honoriert wurde.

Die Gastgeber lagen nach einer Viertelstunde mit 0:1 zurück und lange sah es so aus, als ob sich daran nichts ändern würde. Die Gäste versäumten es aber nachzulegen und so fiel in der 79. Minute folgerichtig der Ausgleich. Nur drei Minuten später bejubelten die Fuldaer die Führung und eine Minute danach stand es 3:1 - vier starke Minuten genügten um die Partie zu drehen.

Nach dem Spiel waren wir dann die "Glücksbringer" und führten noch einige Gespräche mit den Fuldaer Anhängern. Auf dem Weg zurück zum Bahnhof kam immer mal wieder die Frage nach den "Pferdeklopsen" auf. Da aber nicht alle von uns Appetit auf Frikadellen aus Pferdefleisch hatten, versorgten wir uns mit Bier und traten die Rückfahrt an, die im Frankfurter Kneipenviertel in Alt-Sachsenhausen endete.

 

(gie)

 

Hessenliga: SC Borussia Fulda – KSV Baunatal

Endstand: 3:1 (0:1)

Zuschauer: 550

Ort: Sportpark Johannisau / Fulda

Datum: Samstag, 21.11.2015


SG Oberliederbach – Offenbacher FC Kickers 0:7 (0:4)

Grenzwertiges hinter der Stadtgrenze

Die Fahrt mit der Königsteiner Bahn vom Frankfurter Hauptbahnhof nach Liederbach ließ schon ein wenig erahnen, was an diesem Nachmittag zu erwarten war. Da die Begegnung im Viertelfinale des Hessenpokals nur knapp hinter der Frankfurter Stadtgrenze stattfand, konnte man schon beim Betreten der Waggons deutlich sehen, dass ein Aufeinandertreffen von rivalisierenden Eintracht-Anhängern und Kickers-Fans nicht ausbleiben würde.

Der Sportplatz der SG Oberliederbach war eine Dreiviertelstunde vor Beginn schon gut gefüllt und nach dem ersten Beäugen stellten die in deutlicher Überzahl anwesenden Offenbacher klar, dass "Eintrachtler hier nichts zu suchen haben". Nach ein paar kurzen Rennereien wurde ein Grüppchen Frankfurter von der anfänglich noch nicht zu sehenden Staatsmacht ausgegrenzt und wenig später nach draußen geleitet. Einige "grimmig schauende" OFC-ler patroullierten dennoch weiterhin durch das Areal.

Die Partie vor den 1150 Zuschauern begann pünktlich und der Regionalligist war von Beginn an das spielbestimmende Team. Der gastgebende Verbandsligist lag bereits zur Pause nach Toren von Marcel Gebers (12.), Nico Dobros (22./44.), und Benjamin Pintol (28.) mit 0:4 hinten. Nach dem Seitenwechsel machten Pintol (51.), Dobros (71.) und Devann Yao (86.) den Sack zu.

Die kurz vor Spielbeginn herauskomplimentierten Frankfurter sorgten zu Beginn der zweiten Halbzeit noch für eine zehnminütige Unterbrechung, indem sie von außen versuchten, die hinter dem Tor aufgehängten Kickers-Banner durch den Zaun zu ziehen. Einige OFC-Anhänger liefen daraufhin über den Platz, um dies zu verhindern.

Nach dem Spiel feierten die Offenbacher dann den Einzug ins Halbfinale, in dem man mit dem KSV Hessen Kassel auf einen weiteren Rivalen trifft. Eine handvoll ... lichteten sich dabei vor einer "Landser-Fahne" mit Wehrmachthelm und Offenbach-Schriftzug ab. Eine in zirka fünf Metern Abstand stehende Gruppe behelmter Polizisten wurde durch eine Zivilperson darauf aufmerksam gemacht – die Freunde und Helfer gaben aber offensichtlich nur den guten Rat, die Fahne wegzupacken. Auf spätere Nachfrage stellten sich die gleichen Beamten dann ahnungslos und äußerten "nichts gesehen" zu haben.

 

(gie)

 

Hessenpokal: SG Oberliederbach – Offenbacher FC Kickers

Endstand: 0:7 (0:4)

Zuschauer: 1150

Ort: Sportanlage der SG Oberliederbach / Liederbach am Taunus

Datum: Samstag, 14.11.2015


Spvgg. 05 Oberrad – OSC Vellmar 0:3 (o:2)

Fear and Loathing (Angst und Schrecken) in Oberrad

Nur 132 Zuschauer fanden sich an "Halloween" ein, um die Oberräder im Abstiegskampf zu unterstützen. Darunter auch wieder ein Grüppchen von fünf bis zehn "Ultras" im geschätzten Durchschnittsalter von zwölf Jahren, die diesmal sogar mit einem Megaphon und einer Sirene ausgestattet waren.

Da das scheinbar noch aus dem letzten Weltkrieg stammende Teil mit einer Kurbel betrieben werden musste und bei den Kiddies etwas die Kraft fehlte, um ordentlich daran zu drehen, klang das schräge und dumpfe Geheul eher wie der Soundtrack zu einem schlechten Horrorfilm.

Apropos Horror: Da an diesem Tag jeder Zuschauer in einem "Halloween-Kostüm" freien Eintritt genoß und einige Besucher die Einladung wahrnahmen, wurde dieser Eindruck noch zusätzlich verstärkt.

Die ängstlich agierenden Gastgeber schienen auch etwas verschreckt und verschliefen den Start. Nach zwei schnellen Toren von Marius Ehlert (6.) und Christian Wollenhaupt (7.) lag der Tabellenletzte mit 0:2 zurück. Dann fingen sich die Oberräder und kamen ebenfalls zu Chancen.

Sportlich war die Begegnung auf einem dürftigen Niveau: Vellmar verwaltete die Führung und die Gastgeber scheiterten zumeist kläglich vor dem Tor. An der Seitenlinie entwickelte sich dafür aber ein hitziges Wortduell zwischen den beiden Trainerbänken.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Oberräder dann die Chance nocheinmal heranzukommen, doch Semih Aydilek scheiterte mit einem schwach getretenen Foulelfmeter an Torwart Hannes Peschutter (49.). Auf der anderen Seite machte es Enis Salkovic besser – sein Strafstoß landete im Netz (66.).

Das Spiel war nun endgültig entschieden und die wenigen Zuschauer blickten nach der Partie etwas ratlos drein. Für den Abstiegskampf war die schon fast gruselige Leistung einfach zu wenig.

 

(gie)

 

Hessenliga: Spvgg. 05 Oberrad – OSC Vellmar

Endstand: 0:3 (0:2)

Zuschauer: 132

Ort: Sportanlage Beckerwiese "Grie-Soß-Arena" / Frankfurt am Main

Der veschossene Foulelfmeter von Semih Aydelik im Video.

 


SC 1960 Hanau – 1. Hanauer FC 1893 1:1 (0:1)

Eine Radpartie zum Hanauer Derby

Das Hanauer Derby zwischen dem SC 1960 Hanau und dem ältesten hessischen Fußballverein, dem 1. Hanauer FC 1893 klang interessant. Das Wetter wart gut, also machte ich mich mit dem Rad auf den Weg von Frankfurt in die Brüder-Grimm-Stadt. Die Strecke führte mich flussaufwärts an Offenbach vorbei, immer den Main entlang.
Mein Fahrradcomputer zeigte exakt 17,7 Kilometer an, als ich nach gut 45 Minuten am Herbert Dröse Stadion ankam. Es war noch eine Viertelstunde Zeit bis zum Anpfiff und vor dem Eingang des betagten Stadions stand noch eine größere Menschenmenge und wartete auf Einlass.
Nach 10 Minuten war ich im Stadion und suchte mir einen Platz auf der Gegentribüne. Das Spiel begann mit einer Schweigeminute für die Opfer des Bombenanschlags in Ankara am Vormittag. Aus Respekt verzichteten die Ultras von Hanau 93 die ersten zehn Minuten auf Support und Fangesänge.
Mit einem lauten „Hanau“ endete die Ruhe und eine Gruppe von zirka 50 Leuten feuerte von nun an die Gäste an. Nach 21 Minuten gab es dann im Spiel den ersten Aufreger: Ervis Shima zerrte den 93-er Tim Kraus im Strafraum am Trikot und sah dafür die Rote Karte. Den fälligen Strafstoß verwandelte Marcello Fiorentini (22.).
Die Gastgeber wurden in Unterzahl immer gefährlicher und lauerten auf ihre Chance. Nach 72 Minuten war es dann soweit und Benjamin Braus gelang der Ausgleich. Nun entwickelte sich ein rassiges Derby, auf dem Platz und auf den Rängen. Beide Teams hatten in der Schlussphase noch Chancen das Spiel für sich zu entscheiden, trennten sich aber an Ende mit einem gerechten Remis.

 

(gie)

 

Gruppenliga Frankfurt Ost: SC 1960 Hanau – 1. Hanauer FC 1893

Endstand: 1:1 (0:1)

Ort: Herbert Dröse Stadion / Hanau

Datum: Samstag, 10.10.2015

 Der Foulelfmeter zum 0:1 im Video.

 


SG Riederwald  – Spvgg. 05 Oberrad 0:4 (0:3)

Wildwest im Riederwald

Gerade noch so geschafft. Der Anpfiff ertönte, da war das beleuchtete Sportfeld schon gut durch die Bäume zu sehen. Bei einer Pokal-Begegnung von Mannschaften, die vier Spielklassen auseinander liegen, konnte die Entscheidung ja schon in den ersten Minuten gefallen sein.

Der unebene Hartplatz war in einem katastrophalen Zustand. Da es am frühen Abend noch heftig geregnet hatte, war er übersät mit vielen Pfützen, die man eigentlich schon als Schlammlöcher hätte bezeichnen können. Hier ist wohl von Seiten der Stadt Frankfurt, nach der Errichtung der Anlage nichts mehr investiert wurden. Das vom Verein selbst installierte Flutlicht hängt gefühlt knapp über Augenhöhe und erinnerte eher an Bauscheinwerfer.

Der Hessenligist aus Oberrad ließ gegen den A-Klasse Vertreter aber auch unter diesen Bedingungen nicht anbrennen und führte zur Pause nach Toren von Aljoscha Atzberger (27./32.) und einem Eigentor mit 3:0. Cetin Satir hatte den Ball noch unhaltbar für seinen Torwart abgefälscht (38.).

Das noch kurz vor Spielbeginn an einer Trinkhalle gekaufte Bier war mittlerweile aufgebraucht und so ging es erstmal ins nahegelegene Vereinsheim der SG Riederwald. Laute Country-Mukke tönte schon nach draußen und durch die halb offene Tür waren Line Dancer zu sehen.

"Die machen Indianertänze" , stellte ein ebenfalls Durstiger aus Oberrad entsetzt fest und kehrte wieder um. Mein Begleiter und ich gingen dennoch hinein und erführen, dass das Vereinslokal jeden Dienstag vermietet ist und als Saloon dient. Daraufhin bestellten wir erst einmal Feuerwasser, füllten den Proviant an Bier auf und verließen die Szenerie ohne Kugel im Bauch, wieder in Richtung Prärie - ähem Sportplatz.

Im zweiten Abschnitt verflachte die Partie, lediglich Aljoscha Atzberger machte noch seinen dritten Treffer (53.). Dann war Schluss und wir begaben uns nach einem weiteren Zwischenstop im Wildwest-Lokal, zurück auf den Weg in die Zivilisation.

 

(gie)

 

Kreispokal Frankfurt: SG Riederwald – Spvgg. 05 Oberrad

Endstand: 0:4 (0:5)

Ort: Sportanlage Volgersbrunnenweg / Frankfurt am Main

Datum: Dienstag, 06.10.2015


FSV Frankfurt – 1.FC Heidenheim 0:4 (0:3)

"Du ziehst die Jacke aus!"

Freitagsspiele am Bornheimer Hang gehören schon seit einigen Jahren zu meinen Favoriten. Als Bernemer mit Leipziger Wurzeln wohne ich nur wenige Minuten vom Stadion entfernt und die Anstoßzeit um 18.30 Uhr ist auch human. Samstags oder Sonntags um 13.00 Uhr schmeckt das Bier einfach noch nicht und als Morgenmuffel komme ich so früh nicht wirklich in Stimmung für Fußball.

Wie immer machte ich mich eine Viertelstunde vor Anpfiff auf den Weg und nahm meinen gewohnten Stehplatz ein. Fußballerisch war diesmal der Wurm drin und der FSV lag aufgrund einer desolaten Abwehrleistung zur Pause bereits mit 0:3 zurück. Die Laune auf den Rängen war natürlich im Keller. Auf der anderen Seite konnte man nur knapp 30 Gästefans sehen, die aber dennoch gut zu hören waren. Naja, ich hab mir erstmal ein Bier geholt und gehofft, dass es in der zweiten Halbzeit nicht noch schlimmer wird.

Auf dem Rückweg vom Bierstand wurde ich dann von einem jüngeren Typen angesprochen. Da ich seit Jahren auf Fußballplätzen eine Trainingsjacke meines Heimatvereins BSG Chemie Leipzig trage, war ich das ja schon gewohnt. Meistens waren das andere "Ossis" die mittlerweile ebenfalls hier leben und mir dann voller Stolz erzählen, das sie ehemalige Unioner, Auer, Magdeburger... sind und von den "alten Zeiten" schwärmen. Der Typ guckte auf meine Jacke und fragte mich ob ich aus Leipzig komme. Nach meiner Antwort kam dann der Satz: "Du ziehst die Jacke aus!"

"Ja klar", dachte ich mir und ließ ihn einfach mal stehen.

Zurück auf meinem Platz genehmigte ich mir erstmal einen tiefen Schluck. Das sich das noch wie ein roter Faden durch den Rest des Abends ziehen sollte, ahnte ich da natürlich noch nicht.

Kurze Zeit später standen dann die ersten Ordner neben mir und batten mich höflich die Jacke eventuell auszuziehen, weil "Jemand der bei den Ultras was zu sagen hat, sonst mit Ärger droht". Da ich gegen keine Stadionordnung verstieß und den beiden Ordnern auch keine weitere Begründung einfiel, verneinte ich das und beobachtete erst einmal weiter das Spiel. Als dann der Einsatzleiter mit fünf weiteren Security Leuten auftauchte, kam auch Bewegung in die Umstehenden, die mich hier seit Jahren kennen. Schnell fanden sich auch eine Vielzahl an Fanutensilien der unterschiedlichsten Vereine, die ebenfalls stolz präsentiert wurden. Nach einer längeren Diskussion und völligem Unverständnis aller Beteiligten darüber, was das Problem der Ultras mit der Jacke eines Sechstligisten ist, wurde ich von zwei Jungs von FSV-Fanclub "Komische Vögel" eingeladen, das Spiel aus ihrem Block weiter zu verfolgen.

Die Beiden kannten mich schon von einigen andern Spielen vom Sehen und erzählten mir bei ein paar Bieren, dass sie Fans des 1.FC Lokomotive Leipzig sind, dem grössten Rivalen von Chemie Leipzig. "Wir haben gesehen, dass der Chemiker Probleme hat und haben uns gedacht wir können helfen" - was für eine unerwartete Geste, damit hatte ich nicht gerechnet (Danke!).

Nach dem Schlusspfiff standt es 0:4 und die beiden "komischen Vögel" luden mich ein, ein gemeinsames Foto mit ihrer Zaunfahne zu machen: "Die Jacke ziehst du aber aus!"

"Ja klar", dachte ich mir und war sofort damit einverstanden.

Da sich zu diesem Zeitpunkt einige FSV Ultras ;-) am Stadionausgang versammelten und "Halsabschneider-Gesten" in meine Richtung machten, ließ ich die Jacke dann doch lieber an und verzichtete vorerst auf das gemeinsame Foto.

>"Vor denen ziehe ich die Jacke nicht aus!"<

Nach einer weiteren Diskussion zwischen Fanbeauftragten, Security und ein paar Halbstarken die mir noch drohten sich die Jacke draußen holen zu wollen, verabschiedete ich mich dann von den "komischen Vögeln" mit LOK-Vergangenheit und verließ das Stadion. Draußen hat natürlich wie immer nur mein Fahrrad auf mich gewartet.

 

(gie)

 

2.Bundesliga: FSV Frankfurt – 1. FC Heidenheim

Endstand: 0:4 (0:3)

Ort: Stadion am Bornheimer Hang / Frankfurt am Main

Datum: Freitag, 02.10.2015


NFV Gelb-Weiß Görlitz – BSG Chemie Leipzig 0:0

Die Karawane rollt!

Video mit Szenen von der Fahrt und vom Spiel.

 

"Die Karawane rollt!" Ja, sie rollte. In der Kurve auf der Auffahrt zur Autobahn konnte man sie beim Blick aus dem Fenster schön sehen: Fünf Busse prall gefüllt mit Leutzscher Anhang auf dem Weg nach Görlitz.

War ganz schön knapp, dass es überhaupt los gehen konnte, da die "Staatsmacht" unter der Woche doch tatsächlich noch versucht hatte, die fest gebuchten Busse durch Anrufe bei den Busunternehmen wieder abzubestellen.

Die Stimmung im Bus war sehr gut und der Durst so groß, dass schon nach kurzer Zeit dringend die erste Pause zur "Massenblasenentleerung" gemacht werden mußte. Zirka 200 Chemiker stürmten aus den Bussen und pinkelten auf einem verschlafenen Autobahnparkplatz wild ins Gelände. Diese Szene wiederholte sich dann bis Görlitz bei jedem Halt und hat bei den Sonntagsausflüglern, die da jeweils mit mit Kind und Kegel parkten, bestimmt einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Unser Busfahrer hatte seine Fuhre gut im Griff und sorgte mit seinen Durchsagen immer mal für Stimmung im Bus. Mehrere Flaschen "Pfeffi" und "Kirsch" kreisten umher und reichlich Bier sowie andere Alkoholika sorgten außerdem für gute Laune.

Kurz vor Görlitz setzte sich dann noch ein etwas kleinerer grün-weißer Bus von einem mir unbekannten Fanclub, mit Blaulicht bestückt an die Spitze unserer Karawane und wies uns den Weg zum Stadion.

Ohne größere Einlasskontrollen gelangten wir in den Gästeblock, der schon gut mit Leuten gefüllt war, die sich mit anderen Verkehrsmitteln auf den Weg nach Görlitz gemacht hatten. Der Eintrittspreis von Fünf Euro war fair, also kaufte ich noch ein Programmheft.

Das Spiel begann mit etwas Verzögerung, weil noch auf ein paar Autofahrer gewartet wurde, die irgendwo im Stau standen. Wir in den Bussen hatten diesen Dank unseres guten Fahrers umfahren.

Die erste Hälfte verlief relativ unspektakulär: Eine Großchance in der Anfangsminute aber  trotzdem kein schlechtes Spiel auf beiden Seiten. Unsere Abwehr stand gut, die der Görlitzer aber auch. Das unser Anhang der Stimmgewaltigste unter den 1019 Zuschauern war, half da auch nichts. Torlos ging es in die Pause.

Am Wurststand waren mittlerweile die Brötchen ausgegangen. "Das Toastbrot oder so, mußt du dir dazu denken", hieß es als ich meine Bratwurst in die Hand gedrückt bekam. Zum Glück gabt es genügend Becher fürs Bier und so konnte der Nachmittag bei bestem Fußballwetter, strahlender Sonne und 25 Grad weiter gehen.

Die zweite Hälfte verlieft dann etwas spektakulärer, so dass fast alle im Stadion auf ihre Kosten kamen: Die Görlitzer trafen nach einem Freistoß den Pfosten und der Ball klatschte wieder raus. Kurz darauf schoss ein Chemiker ins andere Tor: Der Torschrei blieb mir aber im Hals stecken – Abseits.

Zum Ende der Halbzeit wurde nicht nur das Spiel lebhafter sondern auch im Publikum regte sich etwas: Zuerst gab es einen Tumult auf der Heimseite, bei dem man mit einem scharfen Auge aus dem Gästeblock erkennen konnte, wie sich eine Bierbank über den Köpfen erhob. Die extra angereiste Polizei sah daraufhin nach dem Rechten und rückte alles wieder gerade.

Da es deshalb nur eine kurze Unterbrechung gab, schaffte es ein "Flitzer" nicht mehr, sich komplett auszuziehen. In Socken, T-Shirt und Unterhose sprang er auf das Spielfeld und umarmte den Schiri herzlich für seine sehr gute Leistung. Der reagierte cool, pfiff wieder an und brachtet die Partie torlos, aber sicher zum Ende.

Die Rückfahrt begann etwas aufgekratzt. Angeheizt von der Schlussviertelstunde des Spiels, den Strapazen der Hinfahrt, der Sonne... kam es bei der Abfahrt noch zu ein paar Entgleisungen: Wenn 20 Behelmte im Laufschritt, mit Hunden ohne Maulkorb (!!!) durch eine angetrunkene und trotz eines Remis feiernde Menschenmenge rennen und sich dann wundern, wenn keiner Platz macht – das ist schon mehr als grenzwertig.

Irgendwann waren dann alle wieder in ihren Bussen. "Hört auf gegen die Scheiben zu hauen, die sind doppelt verglast. Die Bullen hören euch da draußen eh nicht!" – Mit diesem Satz des Busfahrers kehrte urplötzlich wieder gute Laune ein. "Thomas, Thomas", sowie "Thomas ist 'ne ... Sau", wurden angestimmt und die restlichen alkoholischen Getränke vernichtet. Nach zwei der mittlerweile rituellen Pinkelpausen erreichte die Karawane wieder Leutzsch.

Ein schöner Ausflug mit der BSG Chemie Leipzig ging zu Ende. Fast – denn wir mussten ja noch zurück nach Frankfurt.

 

(gie)

 

Landesliga Sachsen: NFV Gelb-Weiß Görlitz – BSG Chemie Leipzig

Endstand: 0:0

Ort: Stadion "Junge Welt" / Görlitz

Datum: Sonntag, 02.10.2011

 


BSG Chemie Leipzig – FC Eilenburg 2:0

Ein schöner Tag

Samstagmorgen in Frankfurt am Main. Ich war schon seit Stunden wach und konnte es gar nicht abwarten bis es endlich los gehen sollte. Nach 21 Jahren spielte die BSG Chemie Leipzig wieder im Alfred-Kunze-Sportpark.
Erstmal galt es die 400 Kilometer lange Fahrt problemfrei zu überstehen. Der Zeitplan war knapp bemessen und ich wollte rechtzeitig vor Anpfiff da sein, um ja nichts zu verpassen. Also habe vorsichtig etwas "Krach" gemacht, damit die Freundin schon mal wach wurde und wir auch rechtzeitig loskommen konnten.
Gestern waren wir noch in Frankreich im Urlaub – noch etwas Schlaf und Klamottenwechsel in Frankfurt und schon sollte es eigentlich losgehen. Doch halt, da war noch was: "Findet das heute überhaupt statt?", ging es mir durch den Kopf. Zwei Tage vor dem Spiel hatten noch ein paar Deppen den Rasen im AKS großflächig mit irgend einer Substanz verätzt. Laut Internet sollte es aber dennoch stattfinden stellte ich fest und ich war wieder beruhigt.

Ein fader Beigeschmack und etwas Sorge blieben aber trotzdem, denn schließlich wollte meine Freundin das erste mal mit zum Fußball in meine alte Heimat und war auch sehr gespannt darauf, warum wir extra früher aus den Urlaub zurück mussten.
Ohne Stau mit dem Auto nach Leipzig, das gabt es noch nie. Kurz hinter dem Hermsdorfer Kreuz erwischt es uns diesmal. Zum Glück verloren wir nur eine halbe Stunde und der 15 Jahre alte Renault Twingo jagte mit 140-150 Sachen weiter in Richtung Leutzsch.
Hier angekommen ging es erstmal zum Campingplatz-Auensee. Wir waren ja eigentlich noch im Urlaub und so hatte ich da eine "Finnhütte" für eine Nacht reserviert. Die Anmeldung an der Rezeption ging schnell und zehn Minuten später hörte ich mit einer Flasche "Äppler" in der Hand, Westernhagens Hit: "Ich bin wieder hier", der durchs Leutzscher-Holz schallte.

Am Stadion angekommen mußte ich eingestehen, dass ich mich noch nie so über eine Riesenschlange an den nur zwei Kassenhäusern und einen verspäteten Spielbeginn gefreut habe, wie an diesem Tag. Das ging übrigens fast allen so, die mit uns anstanden. Nach fünf Minuten hatten wir Glück und es kamen "fliegende Händler", die das Ganze etwas beschleunigten.

Die gab es an den drei völlig überlaufenen Bierständen im Stadion leider nicht und so musste ich mir die Choreo der Diablos und den Anpfiff von der Seite aus anschauen – mit Tränen in den Augen und einer Gänsehaut. Zum Glück entdeckte ich noch einen Bekannten weiter vorn in der Schlange und nach ein paar Minuten stand ich mit zwei Bieren und Freundin glücklich auf dem Norddamm.

Danach war alles nur noch wie im Rausch: Knapp 1700 Leute bei einem Spiel in der 6.Liga, geile Stimmung und ein 2:0 Auftaktsieg. Nach dem Spiel saßen wir noch fast eine Stunde im Stadion.

Für jemanden wie mich, der seit über 30 Jahren zur BSG Chemie Leipzig nach Leutzsch zum Fußball geht und der das traurige Ende des FC Sachsen Leipzig bis zum letzten Spieltag miterlebt hattte, war es einer der schönsten Tage seit langem.
Besonders nachhaltig war der Satz von dem Opa zu seinem Enkel, nach dem Spiel am Merchandise Stand. Der Kleine wollte nochmal was schauen und der Opa sagte: "Jetzt nicht. Hier kommen wir ab heute immer wieder hin!"

 

(gie)

 

Landesliga Sachsen: BSG Chemie Leipzig – FC Eilenburg

Endstand: 2:0

Ort: Alfred Kunze Sportpark / Leipzig

Datum: Samstag, 06.08.2011


SV Wehen Wiesbaden – FC St. Pauli 3:1

Pauli in Wiesbaden

"Da war doch noch was?" – Sonntag morgens, die Sonne lachte, die Nacht nicht geschlafen und leichte Kopfschmerzen. Heute spielte doch St.Pauli bei Wiesbaden-Wehen? Karten dafür dürfte es noch geben und nach ein paar Telefonaten war klar, dass ich nicht der einzige aus Frankfurt sein würde, der die 40 Minuten mit der S-Bahn in die hessische Landeshauptstadt fuhr.
Das neue Stadion der Wehener war für uns alle absolutes Neuland und so waren wir auch ein wenig gespannt, was uns dort erwarteten sollte. In Wiesbaden am Bahnhof sah es schon mal nach Fußball aus: Pauli-Fans, Wehener und die Polizei waren etwa zu gleichen Teilen lautstark vor Ort. Da wir noch keine Karten hatten und am Stadion verabredet waren, liefen wir gleich los. Am Stadion angekommen, ergattern wir alle noch Karten für den Gästeblock.

Das einzig Blöde – hier nahm man es mit den Kontrollen besonders genau und so wurde ich am Einlaß die Kette an meiner Geldbörse gleich erstmal los. Die Begründung des Ordners war banal: "Zu schwer!" Mir war sie nicht zu schwer und ich hatte sie trotz des hohen Gewichts bisher in jedes Stadion mitgeschleppt.
Kurz darauf standen wir mit einem Bier in der hand im gut gefüllten Pauli-Block. Die Stimmung  der anwesenden Hamburger und der Pseudo-Sankt-Paulianer, war sehr gut. Auf der Seite der Einheimischen wurde es kurz vor dem Spiel auch noch halbwegs voll. Ein kleiner roter Mini-Zeppelin kreiste ebenfalls wild im Stadion umher.

Wir freuten uns auf ein gutes Spiel und am Anfang sah es für die sangesfreudigen Hamburger Fans auch noch sehr danach aus: Pauli führte schnell mit 1:0 und sie schmetterten ihr Liedgut und waren siegessicher.
Doch mit dem 1:1 begann dann das Inferno. Schlagartig verwandelte sich das bis dahin  lethargische Wiesbadener Publikum: Angepeitscht von wummernden Techno-Beats (Scooter!!!) und einem mutmaßlichen hr3-Moderator, ausgerüstet mit speziellen Programmheften, die sich in Klatschpappen zusammenfalten ließen, entstand eine Mischung aus WM-Partystimmung und übelster Bauerndisko. Stakkatoartig wurde der Takt mitgeklatscht, dass einem fast das Herz im falschen Rhythmus mitschlug. Ein Mob von zirka zehn ungefähr sechs- bis zwölfjährigen Kidies im Familienblock neben uns, sang von da an den kompletten Rest des Spiels durch, was noch viel mehr schmerzte, als die letztliche 1:3 Niederlage für St.Pauli.
Nach dem Spiel gab es die "schwere Kette" wieder zurück und es ging noch mal zum Schlachthof. Dort war man aber auf so viel Andrang nicht vorbereitet und so fuhren wir direkt wieder nach Frankfurt zurück, um da noch ein paar Biere zu trinken.
Kurz und gut – als Afterhour war der Trip dennoch sehr interessant.

(gie)

 

2.Bundesliga: SV Wehen Wiesbaden – FC St. Pauli 

Endstand: 3:1

Ort: Brita Arena / Wiesbaden

Datum: Sonntag, 05.04.2009

 


SV Wilhelmshaven – FC Sachsen Leipzig 0:0

How much (Where) is the fish?

SV Wilhelmshaven gegen FC Sachsen Leipzig – eine Partie in der Regionalliga Nord.

Das hatte sich scheinbar noch nicht bis überall rumgesprochen. "Wo spielt denn der Nachfolgeverein von Chemie Leipzig heute", riefen uns eine Handvoll ältere Unioner, im Zug zwischen Hannover und Bremen zu. Die Laune der Berliner war gut und so erfuhren wir noch, dass sie zum Spiel ihrer Mannschaft gegen Bremens Zweite unterwegs waren. "Vierte Liga", schallte es und: "Was macht ihr denn so weit oben im Norden", wurde uns durch das Abteil zugerufen. "Wir wollen Chemie siegen sehen", war unsere Antwort.

Bei der Ankuft waren wir dann erstmal enttäuscht – es gab keine Fischbrötchen. Über sechs Stunden Zugfahrt von Frankfurt nach Wilhelmshaven und im Jadestadion grillten die nur so eine Art von Thüringer Rostbratwurst auf labberigem Toastbrot. Die Selbige schmeckte in der Halbzeitpause mit hungrigem Magen und ein paar weiteren Bieren intus, gar nicht mal so schlecht. Aber wegen der Stadionwurst sind wir, ein gebürtiger "Frankfurter Jung" und ein "Exil-Leutzscher" nicht in den hohen Norden gefahren.
Die Stimmung der von Leipzig aus angereisten Fans im Gästeblock war dann aber auch ohne Fischbrötchen sehr gut. Wahrscheinlich hatten auch nicht alle wie wir, die letzte Nacht durchgemacht. Verwundert stellten wir fest, dass fast jeder im Block seltsamerweise Unmengen von Klopapier mit sich führte. Nein, nicht wegen der erwarteten Fischbrötchen – die gab es ja schließlich nicht. Das mußte was mit der "Choreo" zu tun haben. Da wir erst zirka zehn Minuten vor Anpfiff das Stadion erreicht hatten und nicht mit den anderen Leipzigern im Fanbus gefahren sind, hatten wir auch keine Ahnung was geplant war.
Unser kurzfristiger Plan war es, auf jeden Fall ein paar Fotos und ein kleines Video von dem, was mit dem Papier passieren sollte aufzunehmen und so machten wir uns bereit: Fotoapparat und Videohandy waren im Anschlag. Gleich gleich sollte der Einlauf der Mannschaften kommen. Schon leicht angeschlagen von den Strapazen der Fahrt machten wir uns nochmal gegenseitig darauf aufmerksam, ja rechtzeitig den Auslöser zu drücken und vergaßen es dennoch. Ein riesiger Schwall einzelner Blätter Toilettenpapier erhob sich und eine Breitseite Klorollen flog in Richtung Rasen – sah einfach nur geil aus! Schnell hatte ich dann doch noch ein paar Bilder von der verwehenden Papierwolke gemacht.

Die Ordner im Stadion hatten an dieser Aktion auch noch einen kleinen Anteil. Sie durften sich unter teilweise sehr kreativen Zurufen daran machen, das ganze wieder einzusammeln. Der Anpfiff verzögerte sich dadurch um ca. zehn Minuten. Eine sehr gelungene Aktion bei der alle auf ihre Kosten kamen. Wahrscheinlich gab es an diesem Tag zwischen Leipzig und Wilhelmshafen kein Klo, das nicht geplündert wurde.

Tor-Fetischisten hatten diesmal einen schlechten Tag. Das Spiel der Gastgeber war nicht so toll und die Chemiker hatten ebenfalls Torflaute. Ein paar schwache Szenen von beiden Teams und schon war wieder Schluss.

Nach dem Spiel ging es noch zum Südstrand in Wilhemshaven. Das war ein sehr guter Tip der Leute vom Stadiongrill. Dort gab es dann endlich die heiß ersehnten Fischbrötchen sowie einen geräucherten Aal, der uns noch bis nach Frankfurt begleitete.

 

(gie)

 

Regionaliga Nord: SV Wilhemshaven – FC Sachsen Leipzig 

Endstand: 0:0

Ort: Jadestadion / Wilhelmshaven

Datum: Sonntag, 19.10.2008