BSG Chemie Leipzig – SG Eintracht Frankfurt 2:2 (1:1)

Durchgefeiert – oder ein Tag mit Freunden

Seit über zwölf Jahren sind die Ultras Frankfurt und die Diablos Leutzsch eng befreundet. Aufgrund  dieser tiefgehenden Freundschaft kam nun das Benefizspiel zwischen der BSG Chemie Leipzig und der SG Eintracht Frankfurt, zu Erhaltung des altehrwürdigen Alfred-Kunze-Sportparks im Leipziger Stadtteil Leutzsch, zustande. Offiziell 4999 Zuschauer, davon über 700 aus der Mainmetropole erlebten einen Nachmittag, der noch lange in den Köpfen herumschwirren wird.
Mein Ausflug nach Leutzsch startete wie meistens, direkt nach einer Nachtschicht in einem Frankfurter Club. Mit einem befreundeten Arbeitskollegen und glühendem Eintracht-Anhänger machte ich mich auf den Weg in das Stadion, in dem meine Liebe zum Fußball und zur BSG Chemie begannen.
Zirka drei Stunden vor Spielbeginn erreichten wir schon etwas angeschlagen das Leutzscher Holz. Nach einer kurzen Begrüßung testeten wir erstmal die Qualität des eigens für das Spiel angelieferten „Äpplers“, dem Frankfurter Nationalgetränk. Nach einer weiteren Stärkung am Bierstand machten wir zunächst eine Erkundungsrunde durch den Sportpark, schließlich war mein Begleiter ja das erste Mal mit im AKS.
Aufgrund der brütenden Hitze versorgten wir uns danach mit weiteren Getränken und warteten auf den Spielbeginn. Immer mehr bekannte Gesichter aus Frankfurt und Leipzig fanden sich in der Zwischenzeit ein. Die Vorfreude auf ein "Fußballfest unter Freunden" stand allen Anwesenden deutlich ins Gesicht geschrieben. Ich habe selten eine so entspannte Atmosphäre vor einem Fußballspiel erlebt. Das Spiel verfolgten wir dann abwechselnd aus dem Gästeblock und vom Norddamm aus.
Die Eintracht hatte alle nicht zu Länderspielen abgestellten Profis mit im Gepäck und überreichte vor dem Anpfiff, zusätzlich zum Verzicht auf eine Antrittsgage, noch einen Scheck über 10000 Euro. Dann ging es endlich los.
Sportlich hielten die Chemiker gegen die nicht bis an die Leistungsgrenze gehenden Bundesligaprofis gut mit. So egalisierte Florian Schmidt mit dem Pausenpfiff den Führungstreffer von „Fußballgott“ Alex Meier aus der 31. Minute. Nach dem Seitenwechsel gingen die Frankfurter durch Dany Blum (50.) erneut in Führung. Diesmal schaffte der Leutzscher Fußballgott Andy Müller nur drei Minuten später den vielumjubelten Ausgleich.
Auf den Rängen herrschte währen des ganzen Spiels eine Stimmung, die es so im AKS meines Erachtens nach noch nicht gab. Ich habe bei Spielen gegen Berliner Mannschaften Mitte der Achtziger, bei den Derbys gegen die „Unaussprechlichen“ aus dem Leipziger Südosten zur Jahrtausendwende und einige andere Male, einen gut gefüllten Gästeblock erlebt, aber da ging es meist um Rivalitäten, Aggressionen und Politik. Beide Fanlager feuerten während und nach der Partie lautstark das jeweils andere Team an – das hatte schon was einmaliges. Auf die gezeigten Choreographien möchte ich hier nicht näher eingehen, da im Netz genügend Fotos und Videos kursieren und die Bilder für sich sprechen (ein Link zu einem Video ist unter dem Beitrag).
Nach dem Spiel war dann Party hinter der Haupttribüne angesagt, mit Festzelt, Bands und allem was dazugehört – aber eigentlich lief unsere Feier schon spätestens seit der Abfahrt in Frankfurt, woraufhin mich meine Erinnerung an den Rest des Abends irgendwann verließ.

 

(gie)

 

Benefizspiel: BSG Chemie Leipzig – SG Eintracht Frankfurt

Endstand: 2:2 (1:1)

Zuschauer: 4999

Ort: Alfred Kunze Sportpark / Leipzig

Datum: Samstag, 03.09.2016

Hier ist ein Video vom Spiel: