BSG Chemie Leipzig – SC Paderborn 0:3 (0:2)

Flutlichtpremiere in Leutzsch

Der Fünftligist BSG Chemie Leipzig schied in der 2. Hauptrunde des DFB-Pokals gegen den Zweitligisten SC Paderborn mit 0:3 (0:2) aus. Trotz der Niederlage feierten die offiziell 4999 Zuschauer, bei der Flutlichtpremiere im Leutzscher Alfred-Kunze-Sportpark, ein berauschendes Fußballfest.
„Flutlicht für Leutzsch“ heißt die Kampagne der BSG, bei der für eine fest installierte Flutlichtanlage gesammelt wird. Teil der Aktion sind unter anderem Freundschaftsspiele gegen namhafte Teams sowie weitere Sammel- und Spendenaktionen.
Nach dem sensationellen Einzug in die 2. Runde des DFB-Pokals – mit einem 2:1 gegen Zweitligist SSV Jahn Regensburg – wurde für die Begegnung gegen den SC Paderborn eine mobile Flutlichtanlage aus England geordert. Dies war nötig, da das Spiel aufgrund vertraglicher Bindungen des Verbandes zur Liveübertragung, nicht auf eine frühere Anstoßzeit verlegt werden durfte.
Das erste Flutlichtspiel im altehrwürdigen Kunze-Sportpark und das Abschneiden der Chemiker im Pokal war natürlich Pflicht. So machten wir uns gegen Mittag, von Frankfurt aus mit dem ICE, auf nach Leipzig.
Nach der Ankunft ging es erstmal in die „Mücke“, ein Gartenlokal in unmittelbarer Stadionnähe, das bei Heimspielen vom Leutzscher Anhang bevölkert wird. Nach ein paar Getränken und einem leckeren Würzfleisch, mit einem ordentlichen Schuss "Dresdner Worcestersauce", ging es dann hinüber zum restlos ausverkauften und hellerleuchteten Stadion.
Die Kulisse sah schon von außen überwältigend aus, drinnen fühlte es sich einfach nur geil an. Die Choreo mit unzähligen raschelnden Fahnen zog sich durch den ganzen Sportpark, hinter dem Norddamm wurde zudem ein Feuerwerk abgebrannt und die Ultras präsentierten eine Blockfahne mit dem Leutzscher Löwen. Nachdem diese wieder eingerollt wurde, hatte ich freie Sicht auf das Spielfeld.
Chemie hatte gleich die erste Chance: Daniel Heinze erbeutete den Ball, schickte Kai Druschky, der verfehlte aus spitzem Winkel nur knapp das Tor – das wäre es gewesen. Die drei Klassen höher spielenden Paderborner übernahmen danach die Initiative und gingen nach 18 Minuten durch Babacar Gueye in Führung. Die BSG konnte sich gegen die schnellen Gäste nicht recht befreien und fing sich zehn Minuten später das 2:0 von Uwe Hünemeier ein.
Nach der Pause gelang es den sich nicht aufgebenden Chemikern Nadelstiche zu setzen. Nach der Roten Karte für Philipp Wendt glaubte aber keiner mehr an eine Sensation. Gueye nutzte die Überzahl und erzielte das 3:0 (60.).
Die Stimmung auf den Rängen kochte aber weiter, jede Aktion der Leutzscher wurde lautstark gefeiert. Ein Tor hätten sich die tapfer kämpfenden Spieler des Tabellenführers der NOFV-Oberliga Süd allemal verdient, es blieb aber letztlich beim 3:0.
Nach dem Schlusspfiff wurden die Spieler noch minutenlang gefeiert, als hätten sie den Pokal gewonnen. Die siegreichen Gäste-Akteure waren da schon längst staunend auf dem Weg in die Kabine.
Nach einem kurzen Abstecher ins Vereinslokal „Sachsenstube“, trafen wir uns in der Mücke wieder. Den Rest der Nacht verbrachten wir dann in einem Club im Leipziger Süden und feierten da mit einigen der Spieler, bis wir uns im Morgengrauen wieder auf den Weg nach Frankfurt machten.

 

(gie)

 

 

Datum: Dienstag, 30.10.2018

DFB-Pokal / 2. Hauptrunde: BSG Chemie Leipzig – SC Paderborn

Endstand: 0:3 (0:2)

Tore: 0:1 Babacar Gueye (18.), 0:2 Uwe Hünemeier (28.), 0:3 Gueye (60.)

Zuschauer: 4999

Ort: Alfred Kunze Sportpark / Leipzig