BSG Chemie Leipzig – VfB Empor Glauchau 3:0 (0:0)

Geschafft! – Chemie Leipzig ist in der Oberliga

Das Saisonfinale in der Landesliga Sachsen hätte nicht spannender verlaufen können. Die drei führenden Teams schlossen die Runde punktgleich ab, lediglich das Torverhältnis entschied am letzten Spieltag über die Meisterschaft und den Aufstieg. Meister und damit Aufsteiger in die NOFV-Oberliga Süd wurde die BSG Chemie Leipzig, gefolgt vom SV Einheit Kamenz und dem FC Grimma.
Die Kamenzer waren vor dem letzten Spieltag noch Tabellenführer, hatten aber schon im Vorfeld bekanntgegeben, aus finanziellen Gründen nicht aufsteigen zu wollen. Der Meistertitel war aber dennoch das erklärte Ziel der Lessingstädter. Zwei Zähler dahinter standen die Chemiker, gefolgt von den punktgleichen Grimmaern, die in der Vorwoche bei der BSG Stahl Riesa nur ein Remis holten und nun mit einem um 16 Tore schlechteren Torverhältnis den dritten Rang einnahmen. Chemie hatte beim FSV Zwickau II gewonnen, verdrängte Grimma damit vom Aufstiegsplatz und hatte jetzt die bessere Ausgangssituation. Ein Sieg gegen den VfB Empor Glauchau würde genügen.
Zum Anpfiff fanden sich über 3600 zahlende Zuschauer im Leutzscher Alfred-Kunze-Sportpark ein und sorgten für eine in der 6. Liga sensationelle Kulisse: Am Zaun vor dem Norddamm prangte in großen Lettern „NICHTS IST GRÖSSER ALS DU“. Eine riesige Blockfahne in Form des „Fünfecks“, umrahmt von grünen und weißen Luftballons, wurde von den Ultras präsentiert. Der Gästeblock war geschlossen und die Handvoll Glauchauer Anhänger fand ihren Platz im Heimbereich neben der Geschäftsstelle.
Die Chemiker bemühten sich von Beginn an, das Spiel zu machen. Die Gäste aus Glauchau hielten aber dagegen und so blieben hundertprozentige Torchancen zunächst Mangelware. Im zweiten Abschnitt bot sich das gleiche Bild: Die BSG Chemie rannte gegen die gut verteidigenden Gäste an, kam aber gegen die vielbeinige Abwehr nicht durch.
Die Spannung auf den Rängen war kaum noch auszuhalten. Das Grimma bereits zur Pause vorne lag, hatte mittlerweile die Runde gemacht. Der Spitzenreiter Kamenz lag bei den Kickers Markkleeberg hinten und hier stand es Mitte der zweiten Halbzeit immer noch 0:0.
In der 69. Minute war es dann soweit: Andy Müller, vor der Partie noch als „Spieler der Saison“ ausgezeichnet, passte mit der Hacke auf Nicolas Ludwig, der zum 1:0 einschob. Der daraufhin einsetzende Torjubel war dann einfach nur „Wahnsinn pur“ – Bengalos und Rauch wurden gezündet und der Zaun erklommen.
Als der Glauchauer Tino Warte nach einer „Notbremse“ gegen Vincent Markus folgerichtig die Rote Karte sah, war die Gegenwehr bei den Gästen gebrochen (80.). Torjäger und Publikumsliebling Müller erhöhte kurz darauf nach einem Zuspiel von Sven Schlüchtermann auf 2:0 (82.). Den Schlusspunkt setzte dann Nico Schönitz in der 90. Minute.
Nach dem Abpfiff brachen dann alle Dämme: Der Rasen wurde gestürmt, die Mannschaft und die Fans lagen sich in den Armen. Bengalische Feuer brannten in fast allen Blöcken und und ganze Batterien Pyrotechnik wurden, zum Teil auch in den angrenzenden Vorgärten, in den Leutzscher Himmel abgefeuert.
Der Grimmaer 3:1-Erfolg gegen den VfL Hohenstein-Ernsttal war am Ende bedeutungslos, aber das 3:3 der Kamenzer in Markkleeberg bedeutete, dass sich Chemie neben dem vor vier Wochen bereits fast schon abgeschriebenen Aufstieg, sogar noch die Meisterschaft erkämpft hatte.

 

(gie)

 

Landesliga Sachsen: BSG Chemie Leipzig – VfB Empor Glauchau

Endstand: 3:0 (0:0)

Zuschauer: 3629

Ort: Alfred Kunze Sportpark / Leipzig

Datum: Samstag, 18.06.2016